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Aktueller Online-Flyer vom 30. November 2025  

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Kommentar
Hubertus Knabe bestätigt Ziel der NRhZ-Serie zum Berliner Mauerbau
Die Stunde des Gauklers
Von Heinz-W. Hammer

Zur aktuellen Ergänzung der anders als die üblichen Medien berichtenden NRhZ-Serie "Die Berliner Mauer - Geschichtsrevisionismus und Siegerjustiz - Zum 50. Jahrestag des Mauerbaus" von Hans Fricke hat Heinz-W. Hammer uns einige Anmerkungen geschickt. – Die Redaktion
 

Stasi-Gedenkstättenchef Hubertus Knabe
Der anstehende Jahrestag wird von allen möglichen Hetzern und Geschichtsfälschern zum Anlass genommen, die gesellschaftlichen Koordinaten der Bundesrepublik weiter nach rechts zu drängen. Ein unvermeidlicher Duftmarken- setzer hierbei ist der fanatische Antikommunist Hubertus Knabe aus Berlin, von Beruf "wissen-schaftlicher Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen und promovierter Historiker"; außerdem Mitbegründer der Partei Die Grünen. Laut taz vom 29.11.06 sind seine "inoffiziellen Titel: Stasi-Jäger, Sprecher der Entrechteten, Volkstribun, Insinuist, Opferanwalt, Kommunistenfresser".
 
Knabe, so heißt es im Internetlexikon, "sieht seine Aufgabe darin, die Geschichte der DDR aufzuarbeiten und einer kritischen Sicht auf dieselbe mehr Geltung im öffentlichen Bewusstsein zu verschaffen. Dabei setzt er neben wissenschaftlichen Arbeiten vorwiegend auf populärwissenschaftliche Darstellungen." Diese "Aufarbeitung" besteht vor allem darin, in jedes sich bietende Mikrophon zu beißen und dabei vor allem einerseits die Zahlen der an der Staatsgrenze BRD-DDR Umgekommenen hochzupuschen und andererseits die DDR und mit ihr alle linken Bestrebungen mit dem deutschen Faschismus gleichzusetzen.
 
Ein aktuelles Forum für diese Art von "populärwissenschaftlicher Darstellung" bot ihm am 5. August die in Essen erscheinende NRZ von der WAZ-Mediengruppe durch ein Interview von Dietmar Seher in ihrem "Politischen Magazin" mit dem Titel "Die Verantwortlichen bestrafen – Stasi-Gedenkstättenchef Hubertus Knabe: Mauerschützen wurden unzureichend verfolgt, und die genauen Opferzahlen fehlen" (1)
 
Auch hier nutzte er die Chance für seine Lieblingsbeschäftigung: Gleichzusetzen, was nicht gleichzusetzen ist: "Viele Täter [DDR-Grenzsoldaten, hwh] haben sich, wie nach dem Nationalsozialismus, auf den Befehlsnotstand berufen." Den Vogel schießt er nun aber ab, indem er behauptet: "So, wie es keinen zentralen Befehl Hitlers zu Vernichtung der Juden gab, gab es auch keinen zentralen Befehl Ulbrichts oder Honeckers, an der Grenze Flüchtlinge abzuschießen." Da werden die Antifaschisten Ulbricht und Honecker en passent mit dem Massenmörder Hitler und ein nicht existenter "DDR-Schießbefehl" (den er bisher immer wieder herbeihalluziniert hatte) mit dem industriell organisierten Massenmord an 6 Millionen Juden gleichgesetzt. Das ist selbst für den geschichtsrevisionistischen Scharlatan Herrn K. ein echter Tiefpunkt seiner Propaganda.
 
Übrigens habe ich von diesem Herrn bisher weder zu den JÄHRLICH Tausenden Armutsflüchtlingen an den EU-Außengrenzen - zuletzt am 5. August mindestens 100 Ertrunkene vor Lampedusa, mutmaßlich unter den Augen der NATO - noch zu den mindestens 140 seit 1990 in der Bundesrepublik von Nazis Ermordeten ein einziges Wort des Bedauerns geschweige denn der Verurteilung gehört. Aber dies lässt vermutlich sein eigener politischer Standort gar nicht zu. (PK)
 
(1) http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Zu-viel-Milde-mit-den-Taetern-id4933707.html 


Online-Flyer Nr. 314  vom 10.08.2011



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