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Aktueller Online-Flyer vom 11. Juni 2026  

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Die NRhZ-Kolumne
Die "Gorch Fuck" - ein Symbol ?
von Norbert Arbeiter

„In Offiziersanwärterkreisen sei die "Gorch Fock" als "größter schwimmender Puff Deutschlands" verschrien“, so zu lesen in der „Bild“. Dazu der Vorwurf der Meuterei auf diesem Schulschiff und der Todesfall der jungen Offiziersanwärterin Sarah, dessen schleppende Aufklärung die Mutter veranlasste eine Strafanzeige zu stellen. Das einstige Renommierobjekt der Marine mit solchen Schlagzeilen in den Medien entsetzt erst einmal. Was läuft da falsch in der Truppe?

Reichen da neu konstruierte Feindmuster ohne wirkliche Bedrohung von außen nicht mehr aus, um motiviert den Dienst an der Waffe korrekt auszuführen - wie z.B. die Bombardierung eines allein in der Wüste stehenden Tanklastzugs mit mehr als 140 toten Zivilisten, sechstausend Kilometer entfernt, als Verteidigung unserer Freiheit hinzustellen? Oder die bisher 40 getöteten jungen Soldaten, die eine wirklich objektive Frage der Sinnhaftigkeit stellen? Die Aufrechterhaltung und Stabilisierung guter Bedingungen in Afghanistan für Warlords und der korrupten Regierungsclique um Präsident Karsai sind dazu auch nicht geeignet. Karsai war vor dem Krieg Angestellter einer amerikanischen Ölfirma und sitzt jetzt nur auf einem anderen Stuhl, während sein Bruder, der mächtigste Drogendealer im Land, maßgeblich am welthöchsten Drogenumsatz von ca.40 Milliarden Dollar beteiligt ist. Internationale Fördergelder für den wirtschaftlichen Wiederaufbau von fast 50 Milliarden liegen irgendwo herum und fördern den Reichtum dieser Cliquen. Der Rest der Bevölkerung wird mit tödlichen Drohnenangriffen für unsere Freiheit geopfert.

In ölbesitzlosen, fernen Ländern mit Völkermord und grausamen Diktaturen hat unsere Parlamentsarmee keine Betätigungsfelder. Die UN-Weltgemeinschaftsarmee hätte die Möglichkeit, wenn man sie denn wirklich ließe, diese globalen Krisenherde zu befrieden. Aber die großen Mächte, wie z.B. die USA, schwächen die UNO, um ihre eigenen Interessen weltweit selber zu regeln: schlechtestes Beispiel der Irakkrieg.

Auch die neuerdings öffentlich geäußerte Vision einer Verteidigung wirtschaftlicher Interessen im Ausland, explizit durch unsere Verfassung untersagt, steigert nicht das Vertrauen unserer Soldaten in die Politik. Besonders der politische Einfluss der mächtigen Rüstungsindustrie, mit weltweit einer Billion Dollar Umsatz, ist für sie eher erschreckend.

Trotz aller ach so besorgten Truppenbesuche des schneidigen Verteidigungsministers mit dem so entschlossen wirkenden Gesichtsausdruck, lässt das alles doch in immer mehr Menschen in den Streitkräften Zweifel aufkommen an der Führungsqualität dieses „Vertuschungsministers“ und am gesamtem Militarismus dieses Landes. Von den politischen Parteien kommen keine klaren Antworten. Nur DIE LINKE ist die einzige politische Kraft, die konsequent Krieg ablehnt.

Die Ereignisse auf der „Gorch Fock“ sind wohl Ausdruck einer schleichenden Frustration und Orientierungslosigkeit mit einer gehörigen „LmaA-Einstellung“ vieler kritischer, junger Menschen in der Streitkräften, der Rest macht sich selber was vor. Statt an irgendwelche „hohen“ Ziele glauben zu können, wird nur noch Zeit abgehockt (verschönert mit Sexspielchen und Alkohol) oder der "Dienst in der Truppe" wird mühsam als Berufsersatz benutzt.

Unter den zurzeit herrschenden politischen Verhältnissen wird es eine angemessene öffentliche Debatte darüber noch nicht geben können.(PK)

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Online-Flyer Nr. 285  vom 23.01.2011



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