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Aktueller Online-Flyer vom 11. Juni 2026  

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Arbeit und Soziales
Unternehmer wollen die Gewerkschaften weiter schwächen
Tarifrunde 2008: Mehr muss her!
Von Franz Kersjes

In den vergangenen Jahren haben sich die Gewerkschaften in den Tarifverhandlungen mit Almosen abgefunden. Die Nettolohnquote ist weiter gesunken, und der Anteil der Löhne und Gehälter am Volkseinkommen ist auch im Wirtschaftsaufschwung weiter zurückgegangen. Jetzt muss endlich gekämpft werden!
In den folgenden Wochen werden für Millionen Beschäftigte Lohn- und
Gehaltserhöhungen verhandelt: Im öffentlichen Dienst, in der Chemie- und Stahlindustrie und in vielen weiteren Branchen. Notwendig ist eine aktive und beharrliche Unterstützung der gewerkschaftlichen Forderungen durch die Belegschaften in den Betrieben und Verwaltungen. Es muss auch wieder engagiert versucht werden, solche Belegschaften in den Tarifkampf einzubeziehen, die sich in den vergangenen Jahren auffällig zurückgehalten haben.

Die Lohn- und Gehaltsabschlüsse 2008 müssen über dem kostenneutralen Verteilungsspielraum aus Teuerungsrate und Produktivitätsanstieg liegen. Die abhängig Beschäftigten haben einen erheblichen Nachholbedarf bei ihren Einkommen. Mehrere Jahre hat es starke Reallohnverluste gegeben. Viele Preissteigerungen liegen deutlich über dem durchschnittlichenPreisanstieg. Die Verteuerung von Lebensmitteln, Strom und Öl ist eine deutlich spürbare Belastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und erhöht ihre Erwartungen an den diesjährigen Tarifabschluss.


Franz Kersjes gegen den US-Krieg im Irak
Foto: NRhZ-Archiv


Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst haben am 10. Januar begonnen (http://www.streik.tv). Ver.di und Beamtenbund fordern für die mehr als 1,7 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen eine lineare Entgelterhöhung von acht Prozent, mindestens 200 Euro. Die Auszubildenden sollen einen tabellenwirksamen Festbetrag von 120 Euro erhalten. Es wird eine verbindliche Regelung zur Übernahme von Auszubildenden
verlangt.

Die IG Metall fordert für die 85.000 Beschäftigten in der Eisen- und Stahlindustrie im Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen sowie für die 8.000 Beschäftigten der ostdeutschen Stahlindustrie acht Prozent höhere Einkommen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro steigen. Die Verhandlungen beginnen am 21. Januar.

Für die 550.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie beginnen die Tarifverhandlungen Ende Februar. Das Schwergewicht liegt auf einer Erhöhung der Entgelte zwischen 6,5 und 7 Prozent. Außerdem fordert die IG BCE einen Anschlusstarifvertrag für das Abkommen „Zukunft durch Ausbildung“. Dritter Forderungsschwerpunkt ist der Abschluss eines Tarifvertrages über flexible Instrumente zur Gestaltung der Lebensarbeitszeit. In einigen Branchen geht es derzeit auch um den Fortbestand der Flächentarifverträge, beispielsweise im Kfz-Handwerk und im Einzelhandel. Die Unternehmer verweigern Verhandlungen und wollen ihre Diktate durchsetzen.

Die Unternehmerverbände und ihre Propagandisten in Politik und Medien werden wieder alle Anstrengungen unternehmen, um die Kampfkraft der Gewerkschaften weiter zu schwächen. Deshalb sind gewerkschaftliche Informationen, Aufklärung und Diskussionen mit den Beschäftigten für den Erfolg in den Auseinandersetzungen von entscheidender Bedeutung. Die Ergebnisse der Tarifkämpfe werden auch über die Zukunft der Gewerkschaften mitentscheiden. Das wissen die Gegner der Gewerkschaften allerdings auch. (HDH)

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Franz Kersjes war viele Jahre lang NRW-Landesvorsitzender der IG Medien und gibt nun im Internet auf eigene Faust die vom DGB eingestellte Zeitschrift „Welt der Arbeit“ heraus.

Online-Flyer Nr. 130  vom 22.01.2008



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