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Lokales
Thusnelda-Gymnasium in Deutz – Eine Schule ohne Rassismus
„Körnerstraße 77“ - Folge 11
Von Gilan, Jeni, Klaus, Mark, Mathilda und Thomas

„Ende August 2006 fing alles mit einem kleinen Plakat an, mit dem wir für die Zeitungs-AG im Viertel geworben haben. Darin stand, dass wir eine Zeitschrift von und für Kinder und Jugendliche in Ehrenfeld machen wollen – über alles, was Kinder und Jugendliche interessiert“, hieß es im Editorial der ersten Ausgabe von „Körnerstrasse 77“. Interviews und Artikel des ersten Hefts waren so ideenreich, interessant und spannend, dass wir daraus eine zehnteilige Serie gemacht haben, damit sie auch andere Kölner Kinder und Jugendliche kennen lernen können. Inzwischen gibt es die zweite Ausgabe der „Körnerstrasse 77“ - also auch eine Fortsetzung der Serie in der NRhZ. Die Redaktion.

Schule ohne Rassismus ist ein Projekt von und für SchülerInnen, die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen.
 

Die erste Ausgabe der Körnerstraße 77
Die erste Ausgabe der Körnerstraße 77
Foto: NRhZ-Archiv


Die Idee von der „Schule ohne Rassismus“ wurde in Belgien 1988 von SchülerInnen und JugendarbeiterInnen entwickelt, weil damals die rechtsradikalen Parteien großen Zulauf bekamen. Sie wollten mit diesem Projekt aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung eintreten. Weil sie so erfolgreich waren, wurde es 1992 auch in den Niederlanden eingeführt. Der Verein AktionCourage e.V. brachte es 1995 nach Deutschland, von da sprang es zuerst nach Österreich und dann nach Spanien. Heute tragen europaweit mehr als 600 Schulen den Titel „Schule ohne Rassismus“, in Deutschland sind es 260. (Stand 2005)
 
Eine Schülerin und zwei Schüler des Thusnelda-Gymnasiums in Deutz besuchten den Kölner Appell gegen Rassismus, um sich über unsere Arbeit zu informieren. Diese Gelegenheit nutzten wir für das kleine Interview über ihr Engagement:
 
Klaus: Könnt ihr mal sagen, wer ihr seid und von welcher Schule ihr kommt?
 
Mark: Wir sind in der neunten Klasse, in Parallelklassen, im Thusnelda-Gymnasium in Deutz. Wir sind eine Schule ohne Rassismus geworden.
 
Thomas: Und eine Schule mit Courage. Es gab eine Liste, und die hat jeder Schüler unterschrieben, alle Schüler an unserer Schule. Es war an unserer Schule kein einziger Schüler für Rassismus.
 
Klaus: Wie viele Schüler seid ihr an eurer Schule?
 
Mark: Über 500.
 
Thomas: Alle Schüler haben unterschrieben, aber auch alle Lehrer haben unterschrieben. Eine alte Lehrerin, die auch in der Politik war, die hat bei uns immer Vorträge gehalten in der Aula, es gab große Demonstrationen, und sie hat uns das erklärt mit dem Rassismus. Und so sind wir eine Schule ohne Rassismus geworden.
 




Klaus: Und worin besteht jetzt eure Aufgabe?
 
Mark: Für unser Fach Politik - Wirtschaft müssen wir ein Projekt vorbereiten. Es geht um den Bezug von Jugendlichen zur Politik. Und wir haben das Thema „Jugend und Rassismus“ genommen.
 
Thomas: Es ist ja heute ein großes Thema, dass ausländische Schüler oder Jugendliche mit Migrationshintergrund Probleme haben.
 
Mark: Dass sie integriert werden müssen.
 
Thomas: Wir informierten uns darüber und kucken halt, wie das ist.
 
Gilan: Macht euch das Spaß, dass ihr hinkommt und Fragen stellt?
 
Thomas: Es ist halt interessant zu sehen, wie das verschiedene Leute sehen. Es gibt ja Leute, die sehen das anders, als zum Beispiel ihr hier.
 
Mark: Es ist auch interessant in solchen Vereinen zu sehn, was für Leistungen erzielt werden können, zum Beispiel jetzt mit dieser Hausaufgabenhilfe, wie den Kindern geholfen werden kann, wie gut die werden können. Wenn die von einem anderen Land kommen, können die zunächst kein Deutsch.
 
Klaus: Ich kann euch dieses Plakat mitgeben. Das war ein Plakatwettbewerb an den Kölner Schulen, den wir 1997 im Europäischen Jahr gegen Rassismus durchgeführt haben.
 
Mark: Alltag in Deutschland im Europäischen Jahr gegen Rassismus.
 
Klaus: Schreibt ihr dann einen Bericht über eure Erfahrungen?
 
Thomas: Ja. Wir haben noch kein Projekt mit Interviews gemacht. Wir hätten das ja auch über das Internet machen können. Aber so ist es besser.
 
Klaus: Habt ihr an der Schule eine homepage, auf der über Schule ohne Rassismus berichtet wird?
 
Thomas: Ich weiß es nicht genau, es könnte sein, dass es auf unserer homepage draufsteht. Sie heißt www.thussie.de
 
Klaus: Wer war Thusnelda?
 
Mathilda: So heißt unsere Straße.
 




Thomas: Sie war die Tochter eines Cheruskerfürsten und heiratete den germanischen Helden Hermann den Cherusker, der in der Schlacht im Teutoburger Wald den römischen Feldherrn Varus besiegte. Sie war eine ehrenvolle Frau, aber das hat jetzt nichts mit Anti-Rassismus zu tun. Früher war es eine Mädchenschule, dann wurde es geteilt, ein Gebäude für Mädchen und ein Gebäude für Jungen und dann kam es zusammen.
 
Klaus: Können wir ein Exemplar eures Berichtes kommen.?
 
Mathilda: Ja.
 
Jeni macht ein Foto von der Schülerin und den zwei Schülern von Thussie.
 
Gilan: Wart ihr in der Pause zusammen?
 
Thomas: Jetzt sind alle in der Pause zusammen. Aber früher gab es einen Hof für die Mädchen und einen Hof für die Jungen.
 

Weitere Infos unter www.schule-ohne-rassismus.org
  
Die „Körnerstraße 77“-Redaktion wüsste gern, was Euch an den Beiträgen aus dem Heft nicht gefällt und was Euch gefällt und was Ihr Euch für eine Kinder- und Jugendzeitschrift für Ehrenfeld wünscht.

Adresse: Körner Str. 77 – 79, 50823 Köln
Tel: 0221-9521198 – 99, Fax: 0221-9521197
E-mail: koelnerappell@t-online.de
Homepage: www.koelnerappell.de

Spenden zur Unterstützung des Projekts an Kölner Appell
Konto-Nr. 7042000
bei der Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00)


Online-Flyer Nr. 100  vom 20.06.2007



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