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Aktueller Online-Flyer vom 11. Juni 2026  

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Arbeit und Soziales
Neue Osnabrücker Zeitung will investieren – auf Kosten der Belegschaft
Drucker unter Druck
Von Oliver Müller, Jürgen Brink und Horst Nicoley

Schon in den vergangenen Jahren haben sich die Eigentümer der Neuen Osnabrücker Zeitung und des Druckzentrums Osnabrück immer wieder durch eine arbeitnehmerfeindliche Unternehmenspraxis hervorgetan. Neben Entlassungen von etwa 190 Beschäftigten beim Zeitungsverlag der NOZ wurden auch im Druckzentrum Osnabrück auf Grund von Umstrukturierungen und Verlagerungen in den letzten Jahren etwa 20 Arbeitsplätze vernichtet.

Dem Tarifabschluss in der Druckindustrie im Jahre 2005 entzogen sich beide Unternehmen in letzter Minute durch die Aufkündigung der Tarifmitgliedschaft im Arbeitgeberverband. Nun stehen den Beschäftigten im Druckzentrum weitere erhebliche Einschnitte bevor. Für die vom Arbeitgeber in den Jahren 2008/9 geplante Großinvestition von ca. 28 Millionen Euro in eine neue Zeitungsdruckmaschine sollen die Arbeitnehmer nun die „Rahmenbedingungen“ verbessern.
 

NOZ-Redaktionsgebäude
NOZ-Redaktionsgebäude
Foto: wikipedia


Obwohl dem Betriebsrat bisher weder ein Zeitplan, noch die erforderlichen Planungsunterlagen vorgelegt wurden, sollte er schon über einen Sozialplan verhandeln. Der vorgegebene Inhalt liegt voll im Trend der Zeit: Arbeitszeitverlängerung von 35 auf 40 Stunden in der Woche ohne Bezahlung, Entlassung aller Druckereihelfer und Lohnkürzung für die Frauen in der Versandabteilung um 40 Prozent. Telekom lässt grüssen.
 
Nach Aussage der Unternehmensleitung des Familienbetriebes ist eine Fremdfinanzierung der Investition nicht nötig. Das Geld ist also da. In den letzten Jahren von den Beschäftigten erwirtschaftet. Trotzdem sollen sie nun ein zweites Mal die Zeche zahlen. Die Gewerkschaft ver.di nennt das „einen Fußtritt“ für die Belegschaft. Doch nachdem sie die Arbeitgeberseite zu Haustarifverhandlungen aufgefordert hat, werden nun Beschäftigte und Betriebsrat unter Druck gesetzt. Innerhalb von zwei Wochen sollen neue Arbeitsverträge unterschrieben werden. Andernfalls droht die Geschäftsleitung mit der Fremdvergabe des Druckauftrages der Neuen Osnabrücker Zeitung oder mit Investition an einem anderen Standort.
 
Der Betriebsrat hat jetzt das Scheitern der Sozialplanverhandlungen erklärt. Nur mit einem Arbeitsrichter als Vorsitzendem der Einigungsstelle scheint eine Lösung auf sozialverträglichen Weg ohne weitere Drohungen noch möglich.
 

ver.di-Protestveranstaltung im Mai
ver.di-Protestveranstaltung im Mai
Foto: Dieter Hölscher


Inzwischen überholt die Realität viele standhafte Arbeitnehmer, die sich solch einen Umgang mit ihrer sozialen Existenz nicht gefallen lassen wollen. Nach massivem Druck auf die Beschäftigten in Einzelgesprächen, die teilweise sogar bei den Kollegen zuhause stattfanden, sind viele Kollegen der Belastung und den Ängsten offenbar nicht mehr gewachsen. Nach Information von ver.di haben nahezu alle Drucker und die Beschäftigten der Haustechnik die neuen, schlechteren Arbeitsverträge bereits unterschrieben.
 
Einzig die Versandfrauen wollen sich dieser Erniedrigung nicht beugen. Ihrer Meinung nach kann der Fußtritt nicht hingenommen werden. Betriebsrat und ver.di beraten über die kurzfristige Einleitung rechtlicher Schritte. Abonnenten und Leser der Neuen OZ schreiben ihre Meinung an den Verlag. Kolleginnen und Kollegen unterstützen die Beschäftigten im Druckzentrum.
 
Adressen für Solidaritätsschreiben an die Belegschaft: horst.nicoley@verdi.de oder gst.osnabrück@verdi.de, für Beschwerden an die Geschäftsführung: www.neue-oz.de/service/Impressum Telefon 0541 310-0 oder 0541 691-0 Geschäftsführung Neue OZ Telefax 0541 310-315 oder Telefon 0541 7107-0 Geschäftsführung Druckzentrum (DZO) Telefax 0541 7107-12.

Online-Flyer Nr. 99  vom 13.06.2007



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