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Lokales
Die Gaststätte »Zur Post« im Barmer Viertel in Köln-Deutz
Prüfstein grüner Politik
Von Reinhard Röder und Martin Massip
Ein Jahr nach dem Barmer Block gibt es die ersten Besinnungsaufsätze von Seiten der Grünen. Jetzt, nach Mietervertreibung, Abriss und Räumung, fängt manch einer bei ihnen an, sich daran zu erinnern, dass DIE GRÜNEN mal für etwas anderes gestanden haben. Der Zeitpunkt ist nicht ganz zufällig, denn die nächsten Kommunalwahlen kommen langsam in Sicht, und selbst die eigene Basis beginnt zu murren.
Nicht einmal dem Grünen-Blatt taz ist entgangen, dass Fraktionschefin Barbara Moritz »häufiger hinter dem Abrissbagger als vor dem Abrissbagger zu sehen ist.« Und Barbara Moritz ist sich gewiss, dass der von ihr mit betriebene Abriss des Barmer Blocks für sie keine Folgen haben wird. Sie will weiter Fraktionschefin bleiben und vertraut darauf, dass ihre ParteifreundInnen inzwischen handzahm gemacht worden sind.

Barmer Viertel vor dem Abriß
Foto: Volker Dennebier
Parteichef Penner würde wohl gerne wieder an die Zeit anknüpfen, als seine Grünen noch Initiativen vertreten haben. Welchen Schlingerkurs sie zwischen diesen beiden Polen nehmen werden, kann niemand so recht voraussagen. Wenn sie aber in Köln wenigstens ein bißchen Glaubwürdigkeit zurückgewinnen wollten, gäbe es dafür einen einfachen Maßstab: Beim Barmer Block nämlich werden sie sich daran messen lassen müssen, ob sie den Abriss des letzten Hauses mit der Gaststätte »Zur Post« von Rosi und Gunther Rüdiger verhindern helfen.
Nach einem Jahr Parkplatz an Stelle des abgerissenen Barmer Blocks, nach Hiobsbotschaften aus dem Messe-Aufsichtsrat und dem Fehlen seriöser Pläne und ernsthafter Investoren, gibt es für einen Abriss immer noch keine Rechtfertigung. Seit dem vergangenen Jahr fordert die »Initiative Barmer Viertel« deshalb, das Gebäude »Zur Post« in die Neubebauung zu integrieren, wie dies an anderen markanten Stellen in Köln mit historischen Gebäuden in der Form des städtebaulichen Zitats mehr als einmal vorbildlich geschehen ist.

Abriss des Viertels
Foto: Monika Hoeppner
Eine „Erneuerung der Grünen wird es ohne die Bereitschaft, Fehler zu berichtigen, nicht geben. Der Grünen-Jugend, die sich 2006 noch mit ihrem Antrag, den Barmer Block zu erhalten, auf der Delegiertenkonferenz in Deutz durchgesetzt hatte, kann man nur wünschen, dass sie sich wenigstens diesmal - auch wenn es nur noch un Haus geht - in der Praxis durchsetzt.
Hier der Wortlaut des Bürgerantrags: Der Rat der Stadt Köln möge beschließen:
1.) Das Haus Deutz-Mülheimer Str. 33 mit der Gaststätte »Zur Post« wird
nicht abgerissen. Eine eventuell erteilte Abrissgenehmigung wird
widerrufen. Eine Unterdenkmalschutzstellung wird geprüft.
2.) Der Pachtvertrag der Wirtsleute Rosemarie und Gunther Rüdiger wird
auf unbegrenzte Zeit verlängert. Bei dem neu festzulegenden Pachtzins
werden die Belastungen der Eheleute Rüdiger durch den Abriss der Häuser
der Nachbarschaft pachtmindernd berücksichtigt.
Erstunterzeichner: Rainer Kippe Köln, den 24.04.2007
Mehr Informationen über die Initiative Barmer Viertel, Düsseldorfer Str. 74, 51063 Köln,
barmerviertel@ina-koeln.org, http://barmerviertel.ina-koeln.org.
AnsprechpartnerInnen: Christa Schliebs 0221/2831285, Rainer Kippe 0160/97949220, Reinhard Röder 0175/2508501
Online-Flyer Nr. 94 vom 09.05.2007
Die Gaststätte »Zur Post« im Barmer Viertel in Köln-Deutz
Prüfstein grüner Politik
Von Reinhard Röder und Martin Massip
Ein Jahr nach dem Barmer Block gibt es die ersten Besinnungsaufsätze von Seiten der Grünen. Jetzt, nach Mietervertreibung, Abriss und Räumung, fängt manch einer bei ihnen an, sich daran zu erinnern, dass DIE GRÜNEN mal für etwas anderes gestanden haben. Der Zeitpunkt ist nicht ganz zufällig, denn die nächsten Kommunalwahlen kommen langsam in Sicht, und selbst die eigene Basis beginnt zu murren.
Nicht einmal dem Grünen-Blatt taz ist entgangen, dass Fraktionschefin Barbara Moritz »häufiger hinter dem Abrissbagger als vor dem Abrissbagger zu sehen ist.« Und Barbara Moritz ist sich gewiss, dass der von ihr mit betriebene Abriss des Barmer Blocks für sie keine Folgen haben wird. Sie will weiter Fraktionschefin bleiben und vertraut darauf, dass ihre ParteifreundInnen inzwischen handzahm gemacht worden sind.

Barmer Viertel vor dem Abriß
Foto: Volker Dennebier
Parteichef Penner würde wohl gerne wieder an die Zeit anknüpfen, als seine Grünen noch Initiativen vertreten haben. Welchen Schlingerkurs sie zwischen diesen beiden Polen nehmen werden, kann niemand so recht voraussagen. Wenn sie aber in Köln wenigstens ein bißchen Glaubwürdigkeit zurückgewinnen wollten, gäbe es dafür einen einfachen Maßstab: Beim Barmer Block nämlich werden sie sich daran messen lassen müssen, ob sie den Abriss des letzten Hauses mit der Gaststätte »Zur Post« von Rosi und Gunther Rüdiger verhindern helfen.
Nach einem Jahr Parkplatz an Stelle des abgerissenen Barmer Blocks, nach Hiobsbotschaften aus dem Messe-Aufsichtsrat und dem Fehlen seriöser Pläne und ernsthafter Investoren, gibt es für einen Abriss immer noch keine Rechtfertigung. Seit dem vergangenen Jahr fordert die »Initiative Barmer Viertel« deshalb, das Gebäude »Zur Post« in die Neubebauung zu integrieren, wie dies an anderen markanten Stellen in Köln mit historischen Gebäuden in der Form des städtebaulichen Zitats mehr als einmal vorbildlich geschehen ist.

Abriss des Viertels
Foto: Monika Hoeppner
Eine „Erneuerung der Grünen wird es ohne die Bereitschaft, Fehler zu berichtigen, nicht geben. Der Grünen-Jugend, die sich 2006 noch mit ihrem Antrag, den Barmer Block zu erhalten, auf der Delegiertenkonferenz in Deutz durchgesetzt hatte, kann man nur wünschen, dass sie sich wenigstens diesmal - auch wenn es nur noch un Haus geht - in der Praxis durchsetzt.
Hier der Wortlaut des Bürgerantrags: Der Rat der Stadt Köln möge beschließen:
1.) Das Haus Deutz-Mülheimer Str. 33 mit der Gaststätte »Zur Post« wird
nicht abgerissen. Eine eventuell erteilte Abrissgenehmigung wird
widerrufen. Eine Unterdenkmalschutzstellung wird geprüft.
2.) Der Pachtvertrag der Wirtsleute Rosemarie und Gunther Rüdiger wird
auf unbegrenzte Zeit verlängert. Bei dem neu festzulegenden Pachtzins
werden die Belastungen der Eheleute Rüdiger durch den Abriss der Häuser
der Nachbarschaft pachtmindernd berücksichtigt.
Erstunterzeichner: Rainer Kippe Köln, den 24.04.2007
Mehr Informationen über die Initiative Barmer Viertel, Düsseldorfer Str. 74, 51063 Köln,
barmerviertel@ina-koeln.org, http://barmerviertel.ina-koeln.org.
AnsprechpartnerInnen: Christa Schliebs 0221/2831285, Rainer Kippe 0160/97949220, Reinhard Röder 0175/2508501
Online-Flyer Nr. 94 vom 09.05.2007














