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Aktueller Online-Flyer vom 11. Juni 2026  

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Arbeit und Soziales
DGB-Aktionstag "RENTE MIT 67: Im Namen des Volkes?" in Berlin
"2009 bekommt Ihr die Quittung"
Von Hans-Peter Keul

Anlässlich der "Verbändeanhörung"zum Rentengesetz im Bundestag protestierten die DGB-Gewerkschaften am Montag in Berlin unter dem Motto "RENTE MIT 67: Im Namen des Volkes?" - Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer leitete die Kundgebung um 13 Uhr am Bahnhof Friedrichstraße mit einer kämpferischen Rede ein. »Die Politiker wissen selbst, dass das, was sie da erzählen, verlogen ist«, erklärte er vor den Demonstranten, von denen einige an der "öffentlichen Anhörung" im Bundestag in Arbeitskleidung teilgenommen hatten.
DGB Kundgebung
"Auf dem Bau statt Erhöhung des Rentenalters Absenkung auf 60 nötig"
Foto: Hans-Peter Keul


Sommer machte deutlich, dass schon heute kaum ein Arbeitnehmer die gesetzliche Altergrenze von 65 Jahren an seinem Arbeitsplatz erreicht. Von den heute 55 bis 64 Jahre alten Menschen seien zur Zeit 1,2 Millionen arbeitslos. Man müsse bei der "Rente mit 67" von einer weiteren Rentenkürzung sprechen, weil die meisten Kolleginnen und Kollegen, die gezwungen seien "früher zu gehen", automatisch mit Abschlägen zu rechnen hätten. Es sei ein Skandal, dass nun die Rentenkasse auf dem Rücken der Arbeitnehmer saniert werden solle, nur weil die Politiker in der Vergangenheit nicht in der Lage waren, eine vernünftige Rentenreform auf den Weg zu bringen, die die Renten sicherer gemacht hätte. Stattdessen sage man nun Arbeitnehmern, die 35 und mehr Jahre gearbeitet hätten, ins Gesicht: "Im Alter werdet ihr alle arm sein". Ein weiterer gesellschaftlicher Skandal sei, dass die Alten nach dem Willen der Politik nun "bis zum Umfallen arbeiten" sollten, während ein Großteil der Jugend in die Arbeitslosigkeit gezwungen werde.

DGB Kundgebung
Unser Autor mit ver.di-Kollegen aus Köln in Berlin beim "Flagge zeigen"
Fotos: Hans-Peter Keul


Gegen 13:20 Uhr holte der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU), Klaus Wiesehügel, zum großen Rundumschlag gegen die Machenschaften der großen Regierungskoalition aus. Es sei "kein Zufall", dass immer mehr Wählerinnen und Wähler angesichts des beschleunigten Sozialabbaues durch die Regierung der Politik den Rücken kehrten. Nicht vergessen sollten die Regierenden, dass sich bei 73 Prozent der Bevölkerung »fast eine verfassungsgebende Mehrheit« gegen die Regierungspläne ausspreche. Diese Wähler würden "nicht vergessen", wer am Ende im Bundestag "nicht gegen die Rentenaltererhöhung" stimme. Eine Unterstützung dieser Abgeordneten bei der Bundestagswahl 2009 sei durch die Gewerkschaften jedenfalls nicht zu erwarten. Man werde diesen Leuten "die Quittung präsentieren«. Notwendig sei statt einer Erhöhung des Rentenalters zum Beispiel auf dem Bau dessen Absenkung auf 60 Jahre. Dort gehe die Arbeit so hart "in die Knochen", dass "für die Hälfte unserer Kollegen mit 55 Schluß" sei.

Vor den 750 bis 1.000 auf dem Dorothea-Hegel-Platz hinter dem S-Bahnhof Versammelten fand ab 13.35 eine Anhörung von Betriebs- und Personalräten zum Thema statt. Auf deren Berichte und Fragen antworteten die Wissenschaftler Prof. Ernst Kistler und Dr. Matthias Knuth. Das Schlusswort hielt die stellvertretende DGB-Vorsitzendende Annelie Buntenbach. Parallel zu dieser Veranstaltung lief eine große mit Argumenten und Unterschriften bemalte Folienschlange von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern durch Berlins Innenstadtbezirke. Anmerkung eines Gewerkschfters: "Ich bin gespannt, wie lange noch die Bevölkerung in Deutschland die Machenschaften der Regierungskoalition hinnehmen wird. Wir haben heute auf jeden Fall Flagge gezeigt. Ob das ausreichend war, wird sich zeigen."

Online-Flyer Nr. 84  vom 28.02.2007



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