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Lokales
Frauen in Frechen gemeinsam stark – seit 20 Jahren!
„Rotes Lädchen“
Von Frauke Mahr

Was tun Frauen, die sich seit 20 Jahren – einige sogar schon seit 30 Jahren – regelmäßig in ihrer Freizeit treffen, mit Kleidung befassen, reden und ab und zu für ein Foto „posieren“? Was auch immer Ihnen dazu einfällt, ist vermutlich falsch, oder haben Sie erraten, dass diese Frauen unentgeltlich einen Secondhandverkauf & Frauentreff unterhalten und mit dem Erlös aus dem schwunghaften Kleiderhandel zuverlässig und großzügig zahlreiche Vereine und soziale Projekte in Frechen und Umgebung aber auch weltweit unterstützen? Genau das tun die Frauen vom Verein „Rotes Lädchen“ in Frechen.

Rotes Laedchen
Die Frauen vom „Roten Lädchen“ posieren
Foto: Rotes Lädchen



Der gemeinnützige Verein betreibt seit 1987 sehr engagiert und sehr erfolgreich den Verkauf gebrauchter Kleidung und gibt den Erlös weiter an gemeinnützige Einrichtungen wie Kindergärten, Frauenhäuser, Jugendzentren, Altenheime, Selbsthilfegruppen im Rhein-Erft-Kreis, Hilfeprojekte im Ausland - um nur einen ganz groben Überblick zu geben.

Gleich mehrmals haben die Frauen vom „Roten Lädchen“ in Frechen auch 2006 wieder für die LOBBY FÜR MÄDCHEN in Köln gespendet. 6.000 Euro erhielten die Mädchenberatungsstelle (Ehrenfeld) und der Interkulturelle Mädchentreff (Mülheim) für ihre Arbeit!

Zusätzlich zum Secondhandladen unterhält und organisiert das „Rote Lädchen“ einen Frauentreff und führt Diskussions- und Vortragsveranstaltungen durch.

Die Arbeit der Vereinsfrauen ist vielfältig. Die gespendete Kleidung muss durchgesehen und sortiert werden. Vieles wird aufgebügelt; immer wieder sind beschädigte und beschmutzte Sachen auszusortieren. Der Verkauf ist zu organisieren ebenso wie das Annehmen der Kleiderspenden. Viele Kundinnen und Kunden sind nicht nur froh, sehr günstig gut erhaltene Kleidung kaufen zu können, sondern auch ein offenes Ohr zu finden, wenn sie etwas besprechen möchten. Gute Tipps und hilfreiche Hinweise gibt es gratis und manchmal ganz nebenbei. Außerdem muss das Lädchen natürlich auch in Schuss gehalten werden, heißt: aufräumen, putzen, Ware präsentieren usw. Das alles erfordert sehr viel und sehr kontinuierliche Arbeit.

Von der Modenschau über die Durchführung eines Sommerfestes bis zur Weihnachtsfeier für Asylsuchende und ihre Kinder oder die Teilnahme an Veranstaltungen anderer Gruppen - es gibt die verschiedensten Aktivitäten und manchmal dienen sie gleich mehreren Zwecken.

Natürlich muss das Angebot bekannt sein, damit einerseits die Kleiderspenden zum Lädchen finden und andererseits Menschen erfahren, wo sie äußerst günstig Kleidung kaufen können. Also machen die Frauen vom „Roten Lädchen“ auch in vielfältiger Weise Öffentlichkeitsarbeit und damit ihr Angebot publik.

Dass das „Rote Lädchen“ immer wieder auch Veranstaltungen zum 8. März, dem Internationalen Frauentag, macht oder an entsprechenden Veranstaltungen mitwirkt, ist für die Vereinsfrauen selbstverständlich. Auch Aktivitäten wie einen Besuch des Landtags in Düsseldorf, eine Weinprobe oder das gemeinsame Feiern von Geburtstagen weist eine Veröffentlichung des Vereins anläßlich des zehnjährigen Bestehens aus.

In den 19 Jahren seit der Vereinsgründung haben die ehrenamtlich arbeitenden Frauen 181.481 Euro Erlös aus dem Secondhandverkauf gespendet!

Einer Einladung der Lädchenfrauen folgen sozial engagierte Vereine immer gerne, denn sie verheißt Unterstützung für die eigene Arbeit. Und bei den Scheckübergaben wird dann auch ein Foto gemacht, daher das „Posieren“.

Im vergangenen Jahr wurden die Frauen für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen, aber das wird nur an Einzelpersonen oder allenfalls an zwei Personen gemeinsam verliehen und nicht an Gruppen. Schade, denn verdient hätten sie es allemal, die Lädchenfrauen! Immerhin weiß die Stadt den Verein, in dem auch Männer Mitglied sind, zu schätzen, denn sie verlieh ihm 2003 die Ehrengabe der Stadt Frechen. Das Prädikat „Kinderfreundlich“ führt das Lädchen schon seit 1992.

Inzwischen ist der Verein auch berechtigt, den Landesnachweis NRW auszustellen, der den Nachweis im Ehrenamt erworbener sozialer und fachlicher Kompetenzen dokumentiert. 2007 feiert der Verein Geburtstag: 20 Jahre „Rotes Lädchen“! Dann wollen die Frauen die Summe von 200.000 € ausgeschüttet haben - und die NRhZ wird natürlich dabei sein.

Angefangen hat das „Rote Lädchen“ als Initiative der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen in Frechen. Der Wunsch, möglichst viele Frauen zu erreichen, führte zur Gründung eines überparteilichen, gemeinnützigen Vereins. Ein Drittel der Vereinsfrauen arbeitet bereits seit der Gründung mit! Die Altersspanne ist beträchtlich und reicht vom Geburtsjahr 1968 bis zum Geburtsjahr 1926!

Ursprünglich sollte mit dem Verkauf gebrauchter, gut erhaltener Kleidung der Unterhalt des Frauentreffs finanziert werden. Aber die Frauen machten mehr daraus, viel mehr! Sie werden es wohl auch schaffen, bis Dezember 2007 die 200 000 Euro für gute Zwecke zu erwirtschaften.

Wer zuviel im Kleiderschrank hat, kann es beim „Roten Lädchen“ in Frechen abliefern! Beim Aufräumen des Kleiderschranks in einem etwas soziales tun – das hat doch was! Gucken Sie mal in Ihren Kleiderschrank!


Rotes Lädchen e.V., Keimesstraße 23, 50226 Frechen, 0 22 34 / 5 20 69 Öffnungszeiten: Di + Mi: 14 bis17 Uhr, Fr + Sa: 10 bis 12 Uhr. www.roteslaedchenfrechen.de.vu


Online-Flyer Nr. 77  vom 10.01.2007



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