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Lokales
Ehrenfelder Kinder für die Kinder in Afrika 
„Körnerstraße 77“ – Folge 1
Von Gilan, Klaus, Madlin, Martin, Micha und Steffi

„Ende August 2006 fing alles mit einem kleinen Plakat an, mit dem wir für die Zeitungs-AG im Viertel geworben haben. Darin stand, dass wir eine Zeitschrift von und für Kinder und Jugendliche in Ehrenfeld machen wollen - über alles, was Kinder und Jugendliche interessiert“, heißt es im Editorial der „Körnerstrasse 77“. Interviews und Artikel des ersten Hefts sind so ideenreich, interessant und spannend, dass wir ab dieser NRhZ-Ausgabe Teile daraus in einer Serie vorstellen wollen, damit sie auch andere Kölner Kinder und Jugendliche kennen lernen können. - Die Redaktion.

Ehrenfelder Kinder

Klaus: Gilan, du würdest in der Zeitung gerne einen Artikel über Afrika schreiben, erzähle doch mal, warum du dich für dieses Thema interessierst.
Gilan: Es gibt dort viele Menschen, die kein sauberes Wasser haben und nicht so viel zu essen, und ich würde gerne mithelfen, die Kinder dort zu unterstützen. Es sind dort viele Kinder gestorben, weil sie kein sauberes Wasser haben.
Klaus: Wie hast du davon erfahren?
Gilan: Durch Zeitungen, durch das Fernsehen und durch Kinder, die in unserer Klasse sind und aus Afrika kommen und das erlebt haben. Vier aus meiner Klasse, es sind leider alles Jungs. Wir können gerne diese Kinder fragen, wie das war und wie schlimm das war.
Madlin: Ich will in der Zeitung schreiben, wie ein Mensch sich fühlt, wie es ist, wenn man Hunger hat oder nicht so viele Kleidung.
(Gilan hat angefangen die erste Zeile von dem Lied „Wir sind Kinder einer Erde“ zu singen)
Steffi: Wie findest du dieses Lied, „Wir sind Kinder einer Erde“?
Madlin: Gut. Das passt zu Menschen, die ganz viel Hunger haben, zum Beispiel wird da gesagt „die genug für alle hat“.
Martin: Es wäre schön, wenn wir an eine Spende denken würden, die wir nach Afrika schicken. Afrika ist sehr arm und es gibt dreckiges Wasser und über eine Million Kinder sterben an diesem Wasser.
Klaus: Sollen wir mit unserer Zeitung zu einer Spende aufrufen?
Martin: Wenn das geht, ja.
Klaus: Und an wen soll die Spende gehen?
Martin: An arme Länder, wo kein sauberes Wasser ist. Das gibt es auch in Indien, in einem kleinen Dorf.
Gilan: In Afrika sind die Kinder vielleicht arm, aber ich habe im Fernsehen auch Kinder gesehen, die gute Laune haben. Wir haben im Fernsehen auch kleine Kinder gesehen, die haben Waffen gehabt von älteren.
Martin: Es gibt dort auch Kinder, die nicht in die Schule gehen, weil sie arbeiten müssen. Auch in Indien, da sollten wir auch was spenden. Ich fände es schön, den armen Kindern zu helfen. Wir sind jetzt glücklich. Wir haben Geld und ein Zuhause, wir haben Eltern und wir haben Kleider und wir haben die Schule, aber ganz viele Kinder haben das nicht.
Gilan: Vielleicht haben wir Geld, aber wir haben auch nicht viel für uns.
Martin: Es muss ja nicht am Geld liegen, Hauptsache wir haben ein bisschen und ein Zuhause haben wir.
Gilan: Viele Kinder in unserer Klasse kriegen Taschengeld, vielleicht alle, und die sagen: Aber die anderen sind arm, die haben kein Taschengeld.
Martin: Das ist mir egal, wichtig ist mir meine Gesundheit und unsere Familie, das ist mir egal, wichtiger als Kleider zu kaufen, das ist mir wichtiger als Taschengeld. Die meisten Kinder kaufen sich doch von ihrem Taschengeld ein bisschen so einen Wunderball, nur Süßes und so und dann ist schnell alles weg, einfach verschwendet.
Gilan: Ich würde mir nichts Süßes kaufen.
Martin: Wir können ein großes Plakat machen und da können wir drauf schreiben: Spenden für die Kinder in Afrika.
(Micha kommt herein, sie ist im Kongo geboren.)
Martin: War es schön da?
Micha: Es geht so.
Gilan: Gab es da sauberes Wasser? Weißt du darüber was?
Micha: Ich weiß nicht, es ist schon so lange her. Ich kann mich noch erinnern, dass wir in einer großen Wohnung gewohnt haben, in einem Dorf.
Martin: Gab es da kein sauberes Wasser?
Micha: Wenn du Wasser trinkst, wenn du dich da so hinsetzt, da kam Wasser raus.
Martin: Das war ein Brunnen.
Klaus: Wie lange bist du denn schon hier?
Micha: Ich glaube, es ist das fünfte Jahr.
Martin: Fünf Jahre bist du hier?
Gilan: Wie war es denn im Kongo?
Micha: Ich fand es sehr gut, da konnte man auch schön essen. Das Dorf, irgendwie fand ich das ganz groß. Wo wir gewohnt haben, da gab es eine Dusche, da musste man zuerst rausgehen.
Gilan: Wir wollten wissen, ob es da sauberes Wasser gab?
Micha: Daran kann ich mich nicht mehr so gut erinnern. Wenn wir Wasser getrunken haben, weiß ich nicht mehr, ob es sauberes Wasser war oder ob es kein sauberes Wasser war. Meine Oma hat uns das immer gegeben, und da wusste ich nicht, ob ich jetzt fragen musste, ist das jetzt sauber oder ist es kein sauberes Wasser.
Martin: Warst du fröhlich im Kongo?
Micha: Ja, ich hatte auch Freunde, die im Kongo waren, die vermisse ich sehr, auch meinen Bruder. Ich habe auch eine Mutter, aber die ist nicht hier in Deutschland, die vermisse ich auch sehr. Wir hatten nicht genug Geld, um die Reise für alle zu bezahlen. Ich lebe hier mit meinem kleinen Bruder und meinem Vater.


Die „Körnerstraße 77“-Redaktion wüsste gern, was Euch an den Beiträgen aus dem Heft nicht gefällt und was Euch gefällt und was Ihr Euch für eine Kinder- und Jugendzeitschrift für Ehrenfeld wünscht. Adresse: Körner Str. 77 – 79, 50823 Köln, Tel: 0221-9521198 – 99, Fax: 0221-9521197, e-mail: koelnerappell@t-online.de, Homepage: www.koelnerappell.de
Spenden zur Unterstützung des Projekts an Kölner Appell, KontoNr. 7042000 bei der Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00)

Online-Flyer Nr. 77  vom 10.01.2007



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