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Lokales
DGB Köln baut Netzwerk für Solo-Selbständige auf
"Kein Widerspruch zur Gewerkschaft"
Von Hildegard Miensopust

Immer mehr Menschen machen sich selbständig. Die einen, um ihre Arbeit frei von Vorgesetzten und festen Arbeitszeiten zu gestalten und mit ihrer Freizeit verbinden zu können. Andere suchten eigentlich als Arbeitslose lange vergeblich wieder eine Festanstellung, machen sich aber auf Grund der Lage auf dem Arbeitsmarkt schließlich doch selbständig. "Aus diesem Grund haben wir einen Ratgeber für Existenzgründer entwickelt, der Interessierten eine erste Orientierung bieten soll", erklärt der DGB-Vorsitzende Wolfgang Uellenberg-van Dawen.

Der DGB-Ratgeber liefert nach Darstellung von Uellenberg-van-Dawen Antworten auf die typischen Fragen von Existenzgründern. Er enthalte aber auch eine Liste regionaler
Beratungsangebote sowie branchenbezogener Internetportale und -netzwerke. Gewerkschaft und Selbständigkeit ist nach Auffassung des Kölner DGB-Vorsitzenden kein Widerspruch: "Gerade Solo-Selbstständige haben keine Lobby. Sie müssen sich ständig am Markt bewähren, tragen trotz steuerlicher Vorteile das volle wirtschaftliche Risiko, müssen selbst ihre Honorare aushandeln, kennen weder Tarifverträge noch Betriebs- oder Personalräte und müssen selbst für ihre Sozialversicherung sorgen." Der Kölner DGB werde daher ein lokales Netzwerk aufbauen, in dem Solo-Selbständige Beratung, Informationen und Hilfen erhalten und sich austauschen können: "Gerade bei Fragen der sozialen Sicherung können Einzelgewerkschaften und DGB Partner von Solo-Selbstständigen werden." Vor allem die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft stehen als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

Wolfgang Uellenberg van Dawen: Das bringt viele Vorteile
Wolfgang Uellenberg van Dawen: Das bringt viele Vorteile
Foto: arbeiterfotografie.com



Neben der realen Arbeitslosigkeit wird der Trend zur Selbständigkeit nach Auffassung des DGB auch dadurch gefördert, dass Unternehmen in zunehmendem Maße Personal abbauen und mit der Arbeit Selbständige beauftragen. Uellenberg-van Dawen: "Das bringt ihnen viele Vorteile. Sie sparen die Sozialbeiträge, brauchen niemandem zu kündigen und verlagern das wirtschaftliche Risiko auf die selbständigen Auftragnehmer. Solo-Selbständigkeit ist, genauso wie Zeitarbeit, Zeichen einer sich ändernden Arbeitswelt. Flexibilität und wirtschaftliches Risiko werden einseitig auf die arbeitenden Menschen abgewälzt, während im Gegenzug die Unternehmensgewinne steigen." Die Zahl der Selbständigen nehme aber auch zu, weil der Gesetzgeber Arbeitslosen mit den Hartz-Reformen den Weg in die Selbständigkeit gezielt erleichtere.

Weitere Informationen unter:
www.region-koeln.dgb.de

Online-Flyer Nr. 60  vom 05.09.2006



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