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Aktueller Online-Flyer vom 16. Oktober 2018  

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Kommentar
Der Kampf um die Weltmacht
Warum zieht die Hochfinanz die Nazi-Karte?
Von Yavuz Özoguz

Für die Handvoll Vertreter der Hochfinanz gibt es eine Art triebgesteuertes Dasein, wie es sonst nur verhungernden Raubtieren vorbehalten ist. Sie werden von der Gier getrieben! Ihre Gier nach Macht, Geld, Ruhm und vieles andere mehr führt dazu, dass sie keinerlei menschliche Werte vertreten. Ihr einziger ernsthafter Glaube besteht in dem vergänglichen Kapitalismus und ihr Missionsdrang führt zum Imperialismus. Alle Menschen sollen an den Kapitalismus glauben, damit die Reichen immer reicher werden können. Jene Hochfinanz ist es inzwischen gelungen große Teile der Welt unter ihre Herrschaft zu bringen und fast überall funktioniert ihr System, dass die Schere zwischen reich und arm immer weiter auseinanderdriftet, selbst in so reichen Staaten wie Deutschland. Was aber sollte in solch einem für die Finanzwahnsinnigen wachstumsfreudig erscheinenden Umfeld dazu führen, dass sie ausgerechnet einmal mehr die Nazi-Karte als Joker aus dem Ärmel ziehen?

Bei dieser Frage fällt mir ein Witz ein, der in meiner Jugend an der Universität erzählt wurde. Er hat bis heute nichts an seiner Aktualität eingebüßt: Ein Ingenieur, ein Physiker und ein Microsoft-Programmierer fahren im Auto. Das Auto bleibt auf einmal stehen, meint der Ingenieur: "Ärgerlich, das liegt bestimmt am schlechten Benzin, das wir vorher getankt haben." Sagt der Physiker: "Ach was, das liegt bestimmt am Motor." Sagt der Microsoft-Programmierer: "Moment mal, lasst uns alle zusammen die Fenster (Windows) herunterkurbeln und dann wieder hochkurbeln und dann geht's bestimmt wieder."

Abwesenheit von Bewusstsein für die Missionare des Kapitalismus dringend notwendig

Es ist zu lange her, dass jeder Deutsche einstmals Millionär war, denn jene Zeit hat es wirklich gegeben. Aber es erinnert sich kaum noch jemand daran, da es kaum noch Überlebenden gibt. Die Dokumente ihres Millionärsdaseins sind zwar in Museen ausgestellt, aber wer geht heute noch in Museen? Die Ursachen stehen auch in vielen Büchern, aber wer liest heute noch Bücher. Viele Leser werden auch bei diesem Text aufhören weiterzulesen, weil der Mehrheit der Bevölkerung eine derart intensive Zerstreuung eingeimpft worden ist, dass sie sich nicht einmal mehr auf einen 10minütigen Text konzentrieren können. Solch eine Abwesenheit von Bewusstsein ist für die Missionare des Kapitalismus dringend notwendig, denn es handelt sich um den größten Raubzug der Geschichte [1]. Kein Herrschaftssystem der Geschichte hat die Menschheit so ausgebeutet, wie es der heutige Kapitalismus tut. Doch das System hat einen Haken: Es kann nicht ewig funktionieren. Das weltweite Kapitalsystem steht vor einem Kollaps. Der USraelische Imperialismus verliert mehr und mehr an Macht, verliert immer mehr Kriege und selbst die engsten Verbündeten begehren auf. Eigentlich müssten schon längst jene Millionenscheine wieder gedruckt werden, was nur durch unvorstellbare Globale Finanzmanipulationen verhindert werden kann. Die großen Gelddruckmaschinen „kaufen“ weltweit das Geld auf, so absurd es klingen mag!

In dieser prekären Lage versuchen die Europäer zu retten, was zu retten ist. Die USA wollen sich den Machtschwund nicht weiter gefallen lassen und verlangen immer höhere Tributzahlungen, zuerst in Form von „Umweltabgaben“ einiger Autobauer, dann in Form von „Strafzöllen“. Der alte Feind Russland wird wieder als Drohkulisse des Westens aufgebaut mit Hilfe des USraelischen U-Bootes in der EU namens England. Nationalistische Diener aus ganz Europa werden gegen den Euro positioniert, der dem Dollar Konkurrenz macht. Und überall in Europa wachsen Nazis aus dem politischen Boden wie Pilze in einem feuchten Wald. Es ist nicht zu übersehen.

Was ist der Grund dafür, dass die Nazis wieder an Boden gewinnen? Warum werden sie gefördert und wem soll das nützen? Wer die Geschichte etwas detaillierter studiert, dem muss zumindest aufgefallen sein, dass der letzte größere Nazi-Auftritt den Deutschen sehr geschadet hat. Er muss auch festgestellt haben, dass damals die Nazis nicht nur in Deutschland quasi aus dem Nichts an die Macht gelangt sind, sondern gleichzeitig in vielen Nachbarländern hoffähig waren. Überall wurden die Nazis gefördert. Gewinner am Ende war das USraelische Imperium, wobei der israelische Teil jenes Imperiums erst entstehen musste.

Heute wird auf die gleiche Karte gesetzt, selbst wenn die Rahmenbedingungen etwas modifiziert und den Umständen der Zeit angepasst werden. Überall in Europa gelangen mehr und mehr Nazis an die Macht. In Deutschland war immerhin ein Fünftel der Bevölkerung zugänglich für deren Rassismus. Deutschland ist mit Frankreich ein Schlüsselland in Europa. Wer Europa beherrschen will, muss Deutschland und Frankreich unterwerfen. Daher ist es kein Zufall, dass in diesen beiden Ländern die Nazis besonders hervorpreschen, übrigens Nazis, die nicht mehr das Judentum, sondern den Islam zum Feind erklärt haben. Nach der neuen Lesart wollen nicht die Juden die Weltherrschaft, sondern die Muslime. Aber kann es nicht sein, dass damals wie heute nur das Imperium die Weltmacht wollte und will?

Zerstörung deutscher Beziehungen, um das USraelische Imperium am Leben zu erhalten


Warum Deutschland? Deutschland ist eines der bestorganisierten Staaten dieser Erde. Die Wirtschaftsleistung übertrifft viele erheblich größere Staaten. Die Leistungsfähigkeit der Deutschen gründet auf dem enormen Fleiß der Bevölkerung und die hervorragende Ausbildung ihrer Fachkräfte. Zudem verfügt Deutschland über traditionell gute Beziehungen zu den Muslimen bis hin zu Waffenbruderschaft und sogar verwandtschaftliche Beziehungen zu den Russen bis hin in alte Kaiserhäuser. Beides muss zerstört werden, um das USraelische Imperium am Leben zu erhalten.

Aber warum den Nazi-Joker ziehen? Eine gewisse Art von Rassismus gibt es in jedem Land und in jeder Region der Welt. Türken empfinden genauso eine Überforderung von den Millionen syrischen Flüchtlingen, wie Iraner von afghanischen Flüchtlingen und Italiener von Nordafrikanischen Flüchtlingen. In allen diesen Fällen werden die kleinen Leute gegeneinander ausgespielt. Die einheimischen Armen haben Angst, dass ihnen durch die eingereisten Armen etwas weggenommen wird. Auch gibt es den typischen Schwiegermutterrassismus in vielen Ländern. Welche Mutter wünscht sich nicht eine Schwiegertochter, mit der sie sich gut versteht, und da ist das „Risiko“ einer Fremden größer als bei einer bekannten Person aus dem gleichen Dorf oder der gleichen Familie. Solche „Rassismen“ gibt es überall, teils weniger teils mehr. Der Hinweis, dass solche Gedanken unislamisch sind, hat in der islamischen Welt genau so wenige gefruchtet, wie der Hinweis, dass sie unchristlich sind in der westlichen Welt.

Teile der deutschen Bevölkerung verfügen aber über einen Rassismus, der sehr speziell für den weißen Mann im Westen ist und der z.B. in der muslimischen Welt niemals anzufinden ist. Es ist eine Art Urrassismus, der als Gauland-Rassismus bezeichnet werden könnte, weil er das Paradebeispiel dafür in unserer Zeit ist. Über den deutschen Fußballnationalspieler Boateng hatte der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der AFD Alexander Gauland gesagt: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben. “ [2] Jérôme Agyenim Boateng hat eine deutsche Mutter und einen Vater aus Ghana, der sich allerdings frühzeitig von der Mutter getrennt hat. Boateng ist in Berlin geboren, besuchte die Poelchau-Oberschule im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Er beendete die Schule nach der zehnten Klasse mit dem Hauptschulabschluss, um sich ganz seiner Karriere als Profifußballspieler widmen zu können. Seine gesamte Sozialisation ist deutsch, seine Muttersprache ist deutsch, er ist kein Muslim, und das Einzige, was ihn von anderen Deutschen unterscheidet, ist die Hautfarbe. Diese Art von Rassismus ist schon sehr speziell westlich, und Deutsche sind dafür offensichtlich besonders anfällig. So kann man sich weder in der Türkei, noch im Iran noch in irgendeinem anderen muslimischen Land vorstellen, dass ein Patient einen Arzt ablehnt, weil dieser eine dunkle Hautfarbe hat. Ein Arzt ist ein hochausgebildeter Bürger, verfügt über hinreichend Einkommen um seine Familie zu ernähren, nimmt niemandem im Krankenhaus einen Arbeitsplatz weg – im Gegenteil es fehlen Ärzte – und zahlt kräftig in die Sozialversicherungen ein. Dennoch kann es passieren, dass er in Deutschland rassistische beschimpft wird, weil er kein „Biodeutscher“ ist [3]. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte jener Rassismus in der so genannten Aschermittwochsrede von Poggenburg, die zu seinem Rücktritt führte [4]. Er wollte deutsche Staatsbürger türkischer Herkunft zu den Kamelen hinter den Bosporus abschieben. Der Redner trat wohl aus taktischen Gründen zurück. Aber die Hunderten, die Applaudiert haben und lautstark „abschieben“ gefordert haben, sind weiterhin vorhanden genau so wie die AFD-Elite, die im Podium gelächelt und applaudiert hat.

Deutschland auf dem Weg in den rassistischen Abgrund

Warum ausgerechnet Deutsche für diese Art von Gauland-Rassismus so empfänglich sind, vermag ich trotz vieler „biodeutscher“ Freunde und Bekannte nicht zu beantworten. Allerdings wissen Think-Tanks des USraelischen Imperiums, dass es diese Schwäche in der deutschen Bevölkerung gibt, die man mit Hilfe der eigenen Propagandaorgane wie der Springer-Presse in geeignete Bahnen lenken kann. Der Grund für die Lenkung Deutschlands in den rassistischen Abgrund dürfte nicht nur in der deutschen Stärke und abnehmenden Treue gegenüber den Imperium liegen. Sie liegt auch an der wachsenden Zahl an Muslimen im Land. Nachdem das Christentum bereits die weiße Flagge gegenüber dem unmenschlichen Kapitalismus gehisst hat und jede Form der narzisstischen Selbstverwirklichung mitträgt bis hin zur Segnung von so genannten Homoehen, nachdem das Judentum sich mehrheitlich dem kolonialistischen Zionismus ergeben hat und den Kapitalismus mitträgt, nachdem der Buddhismus seine friedliche Maske hat fallen lassen und Muslime jagt, und nachdem die Linken kaum noch die Bevölkerung erreichen, nicht einmal die Armen, gibt es nur noch einen ernst zu nehmenden ideologischen Gegner für den Kapitalismus weltweit: Das ist die islamische Befreiungstheologie. Fast alle Strategien des usraelischen Imperiums zielen darauf ab, den Islam zu bekämpfen und zwar von allen Seiten: Einerseits werden im missbrauchten Namen des Islam Monster aufgebaut, die jeden Menschen in Furcht versetzen, und anderseits werden die Muslime in den einzelnen Ländern dämonisiert. Imam Chamenei hat in seinen Briefen an die Jugend im Westen [5,6] sehr deutlich auf diesen Umstand hingewiesen.

Die Hochfinanz zieht in Deutschland die Nazi-Karte, weil sie ihnen nützt. „Amerika first“ durch Trump ist das Signal an Deutschland „Deutschland zuerst“ zu denken. „Ich zuerst“ ist genau das, was das Tier vom Menschen unterscheidet. Jesus lehrte die Nächstenliebe. Schade, dass in den Parteien mit dem „C“ in Deutschland nicht mehr viel davon übriggeblieben ist. Umso größer ist dann die Verantwortung von uns deutschen Muslimen die Nächstenliebe auch wieder zu einem politischen Konzept im Land zu entwickeln. Und gerne nehmen wir dafür den Vorwurf hin, Religion und Politik zu vermischen. Denn wenn die Entfremdung von Nächstenliebe zur AFD und Ähnlichem führt, dann ist es Bürgerpflicht die Nächstenliebe wieder hervorzuheben.


Fussnoten:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Der_gr%C3%B6%C3%9Fte_Raubzug_der_Geschichte
[2] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jerome-boateng-wie-sich-alexander-gauland-zu-rechtfertigen-versucht-a-1094988.html
[3] http://www.zeit.de/2017/47/rassismus-arzt-patienten
[4] https://www.zdf.de/nachrichten/heute/poggenburg-legt-afd-aemter-nieder-100.html
[5] http://www.eslam.de/manuskripte/briefe/imam_chamenei_an_die_jugend_europas_und_nordamerikas.htm
[6] http://www.eslam.de/manuskripte/briefe/imam_chamenei_an_die_studenten_in_europa.htm


Erstveröffentlichung am 13.03.2018 bei Muslim-Markt

Online-Flyer Nr. 651  vom 21.03.2018

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