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Aktueller Online-Flyer vom 18. Oktober 2017  

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Globales
Veranstaltung mit Anja Tuv aus Gorlowka am 13.7.2017 in Berlin
Die Wahrheit über den Donbass
Von Brigitte Queck

Anja Tuv, 33 jahre alt, ist eines von vielen Tausend Opfern der Beschießung des Donbass durch eigene ukrainische Truppen im Zusammenspiel mit der US/NATO auf Befehl der derzeitigen faschistischen ukrainischen Regierung unter Poroschenko. Auf ihrer Durchreise zum Menschengerichtshof in Straßburg kam Anja Tuv auch für ein paar Tage nach Berlin. Bei der Beschießung ihrer Heimatstadt Gorlowka, die bis heute andauert, verlor sie ihren Mann, ihre Tochter und ihr Haus, in dem sie mit ihrer Familie jahrelang gelebt hatte, wie viele andere Menschen ihrer Stadt. Sie, die früher - wie sie sagte - völlig unpolitisch war, klärt nun im Auftrage der Menschen ihrer Heimatstadt sowie der Bewohner von Donezk bei ihrer Reise durch Europa auf, was die Menschen dort bewegt, sich gegen die faschistische Poroschenko-Regierung zu stellen, die - wie Anja sagt - von niemandem wirklich gewählt wurde und nur von den US/NATO unterstützt wird, während die ukrainischen Soldaten Verbrechen am eigenen Volk begehen.

So wie die Krim, haben sich auch die Bewohner von Donezk und Lugansk nicht dem vom Westen finanzierten Regimechange in der Ukraine unterworfen. Darauf erfolgte auf Befehl von Poroschenko, dem derzeitigen ukrainischen Präsidenten, die Beschießung der Ostukraine. Es war, wie Anja schilderte, ein schreckliches Ereignis für alle Bewohner ihrer Stadt. Vor der Beschießung der Stadt — es war vor den Schulferien im Jahre 2015 - hatte Anja ihrer 11-jährigen Tochter versprochen, falls sie gute Zensuren nach Hause brächte, dann dürfe sie in ein Sommerlager fahren. Doch dazu kam es nicht mehr.

Die Familie: ihr Mann, ihre Tochter, ihr kleiner Sohn saßen im Garten, als die Beschießung begann. Ihr Mann ging eilig mit der Tochter ins Haus, um sich dort zu verbergen. Anja wurde durch die Druckwelle einer Granate, die das Dach ihres Hauses traf, an der Tür nach draußen geschleudert. Anja richtete sich mühsam auf, gelangte schließlich ins Haus, wo sie sich vor der weiteren Beschießung mit ihrem Sohn hinter dem Kühlschrank ihres Hauses verbarg. Eine weitere Granate, die ebenfalls ihr Haus traf, zerfetzte ihr die Hand und sie verlor fast das Bewusstsein. Aber die Sorge um ihren Mann und ihre Tochter hielten sie aufrecht. Sie grub mit einer Hand nach ihren verschütteten Lieben und rief laut um Hilfe. Endlich kam ein Nachbar und eine Krankenschwester, die sie notdürftig verbanden. Nur die aus dem Keller gezogenen Leichen ihres Mannes, dessen Körper in zwei Teile gerissen war und die ihrer 11-jährigen Tochter blieben ihr in Erinnerung, bis sie endgültig das Bewusstsein verlor!

Alle Infrastrukturen der Stadt Gorlowka wurden systematisch zerstört: Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten. Da es sehr schwere Opfer gab, die nach der Beschießung durch Mörsergranaten und Drohnen kaum, oder nicht erkennbar waren, hatten die Kinder, die trotz Beschießung zeitweise die Schule, oder den Kindergarten besuchten, die Pflicht, auf ihrer Kleidung ihre Erkennungsdaten zu tragen und hatten eine Anweisung, wie sie sich im Falle einer Beschießung zu verhalten hatten. Viele Monate, wurde Gorlowka, so wie auch Hunderte von Dörfern und Städten der Ostukraine, beschossen und bombardiert. Die Familien mussten fast die ganze Zeit in den Kellern ihrer Häuser leben, Im Winter erkrankten viele Kinder an Lungenentzündung. Anja gebar in dieser Zeit ihr drittes Kind!

Nachdem das Minsker Abkommen im Jahre 2015 unterzeichnet worden war, hatten auch die Menschen in Gorlowka Hoffnung, dass bald der Krieg vorbei sein und sie wieder ein normales Leben führen wurden. Aber die Hoffnung wurde zerstört. Die Beschießung von Gorlowka geht von 5 Seiten aus weiter! Anja wurde mit ihren zwei Kindern erst in den Donbass und von da aus auf Einladung einer Freundin nach Italien gebracht, wo sie und ihre Kinder sich einige Monate erholen konnten. Die italienische Organisation “Rettet die Kinder des Donbass !“ sammelte Geld und Anja bekam eine bewegliche Handprothese, mit der sie ihre Kinder wieder umarmen konnte.

Schließlich holte sie ein einstiger Freiwilliger der Volksarmee des Donbass, der russische Kommunist Wladimir Pelunin, der sich nunmehr mit der Zustellung humanitärer Hilfe für den Donbass von Moskau aus beschäftigt, in seine Moskauer Wohnung, wo Anja seither zusammen mit ihren zwei Kindern und ihrer Mutter lebt. Anja, die vorher nie politisch war, ist empört, wie ein ukrainischer Präsident, sein eigenes Volk, wie er selbst und seine ihm untergebenen Minister fordern, das Volk im Donezk auslöschen wollen. Aber gerade die Donezker Bevölkerung haben, vor allem als Bergarbeiter dort, zum wirtschaftlichen Aufschwung in der Ukraine beigetragen.

Anja Tuv hat sich, von vielen Bewohnern der geschundenen Heimatstadt Gorlowka bestärkt, das Ziel gestellt, nicht nur ihr Schicksal vor den Straßburger Menschengerichtshof zu bringen, sondern bei ständigen Reisen durch Europa, die Menschen hier aufzuklären, dass im Donezk keine Terroristen leben, wie ihnen die Regierungen der US/NATO-Länder, bzw. deren Zeitungen, Fernsehsender weiß machen wollen, sondern normale Menschen wie Du und ich. Im Gepäck hat sie auch ein Buch mit mahnenden Zeichnungen der Kinder von Gorlowka, die wie andere Kinder in der Welt nichts sehnlicher als den Frieden wollen.

Online-Flyer Nr. 623  vom 26.07.2017

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