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Aktueller Online-Flyer vom 28. April 2017  

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Kommentar
Kommentar vom Hochblauen
Wie zionistischer Antisemitismus die Meinungsfreiheit in Deutschland bedroht
Von Evelyn Hecht-Galinksi

Nur 72 Jahre nach Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz werden jüdische Bürger in Deutschland und ausländische Juden wieder mit einem Redeverbot belegt und sind Antisemitismus ausgesetzt. Aktuell gewärtigen jüdische Referenten wie Ilan Pappe und Moshe Zuckermann ein Redeverbot im Rahmen der Konferenz „50 Jahre israelische Besatzung“, die im Juni in Frankfurt stattfinden soll und MUSS. (1) Die Meinungsfreiheit und Freiheit der Lehre ist ein hohes Gut und muss selbstverständlich auch für Kritiker der Politik des "Jüdischen Staates" gelten. Allerdings hintertreibt die rührige Israel-Lobby mit infamen und haltlosen Antisemitismusvorwürfen dieses wichtige Recht, in Deutschland und weltweit. Das dürfen und wollen wir nicht zulassen!

Wieder einmal wurde ein Veranstalter, diesmal das Ökohaus in Frankfurt, von der Israel-Lobby, also die Jüdische Gemeinde und in deren Schlepptau der unsäglich philosemitische Bürgermeister Becker, derart unter Druck gesetzt, den Veranstaltern der Konferenz die Räume zu kündigen. Dank des "besonderen" Verhältnisses zum "Jüdischen Staat" und seiner Lobby kann in Deutschland kaum einer dem Druck und den Diffamierungskampagnen dieser Lobby lange standhalten. (2) Da gibt es eine Jüdische Gemeinde und ihren Vorsitzenden Leo Latasch, den "Genugtuung" nach der Kündigung der Räume beschleicht, und der sicherlich hofft, das die Konferenz keine neuen Räume finden wird, weil er Tätlichkeiten unter den Konferenzteilnehmern befürchtet.

Ja, wo lebt dieser Mann denn? Im "Jüdischen Staat", wo Knesset-Abgeordnete schon einmal aufeinander einschlagen? Worüber sollten sich denn Pappe, Zuckermann oder Paech die Köpfe einschlagen? Über ihren Zorn, gegen die illegale zionistische Besatzung Palästinas, gegen die sie gemeinsam ankämpfen? Und wenn Bürgermeister Becker aus seinem Büro heraus posaunt: "Wer in Frankfurt Stimmung machen will, ist in unserer Stadt nicht willkommen", stelle ich fest, dass es in Frankfurt wieder einen Antisemitismus gibt, und zwar gegen Juden, die sich für ein Ende der jahrzehntelangen illegalen Besatzung Palästinas einsetzen. Das ist eine Schande für das angeblich weltoffene Frankfurt!

Lügen aufdecken, anstatt sie zu decken

Vor allem die Leitmedien sind in der Pflicht, Lügen aufzudecken, anstatt sie zu unterstützen oder zu decken. All das hatten wir doch schon einmal: Medien, Künstler und Intellektuelle haben zu Unrecht geschwiegen und sich weg geduckt, als es um jüdische Verfolgte ging. Das sollte aber kein Grund sein, erneut die Augen zu verschließen, wenn jüdische Täter im "Jüdischen Staat" vor unser aller Augen seit mehr als einem halben Jahrhundert die ethnische Säuberung Palästinas, die illegale Besatzung und die Judaisierung Palästinas, betreiben, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden! Diese permanenten Angriffe der Israel-Lobby gegen die Meinungsfreiheit sind ein Schlag gegen die Demokratie, und dürfen nicht hingenommen werden!

Allerdings widerstand mit einem wohltuend mutigen Artikel der Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, Arnd Festerling, ebenso Daniel Bax, der in mehren Artikeln Antisemitismus und Islamhass thematisiert hat. Zwei der wenigen Lichtblicke in der grauen deutschen Medienlandschaft: (3)(4)(5)(6)

Die Chronologie der philosemitischen Meinungsfreiheit-Zerstörer (7)(8)(9): Das darf doch nicht wahr sein, dass eine philosemitische Clique über die politische Meinungshoheit bestimmt und Juden wieder ausgrenzt, weil diese ihren Mund auf machen gegen das Apartheidregime im „Jüdischen Staat“. Besonders verwerflich ist, dass Juden und Christen, kurz gesagt die "christliche Zionisten" hier einträglich zusammenarbeiten. Und wieder gibt es eine "antijüdische Stimmung" im Land, erzeugt von jüdischen Antisemiten, die jede Kritik an den Völker- und Menschenrechtsverbrechen des "Jüdischen Staates" verhindern wollen. Ist das nicht ein Fall für den internationalen Gerichtshof in Den Haag, wenn jüdischen Bürgern in Europa, die sich für die mitnichten antisemitische, gewaltfreie BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestition, Sanktionen) einsetzen, ein Maulkorb umgehängt werden soll, oder wie im angeblich „demokratischen“ "Jüdischen Staat" mit Einreiseverbot zu rechnen haben?

Die neuen Kapos sind Juden gegen Juden, mit eifriger Hilfe "christlich-zionistischer" Politiker.(10) Wie sich die Geschichte wiederholt: Schon einmal gab es jüdische Kapos, die mit den Faschisten zusammen arbeiteten. Heute arbeiten diese neuen Kapos, die meisten Nachfahren von Holocaustüberlebenden, zusammen mit den Enkeln der National-Sozialisten, als "Werteheuchler" der "deutschen Leitkultur".

Absurde deutsche Leitkultur

Was für eine absurde deutsche Leitkultur, von muslimischen Flüchtlingen und Einwanderern die Anerkennung des Existenzrechts eines Apartheidstaates zu verlangen, der seit Jahrzehnten eine illegale Besatzung betreibt und ein anderes Volk ethnisch säubert und beraubt und alle Forderungen des UN-Sicherheitsrats ignoriert und auch nicht davor zurückschreckt, sogar palästinensische Kinder und Frauen zu misshandeln und einzusperren und mit dem blockierten Gaza ein Freiluftgefängnis, einem Konzentrationslager gleich, mit etwa 2 Millionen Menschen unterhält . (11)(12)

Was verbindet diese "Leitkultur" der "christlich -jüdischen Werte"? Gemeinsame Feindbilder, um die eigenen Verbrechen zu vertuschen. Das neue verbindende Feindbild und Hassobjekt: Der Islam und Muslime! Palästinenser und Muslime werden kollektiv als Terroristen abgestempelt, per se verdächtig und als "Gefährder" eingestuft. Kann diese Ausgrenzung auf Dauer gut gehen? Bestimmt nicht, denn sie schafft berechtigten Zorn und Hass.

Diese Atmosphäre erzeugt dumpfe Vorurteile gegen Muslime, die es auch den Gutwilligsten immer schwerer macht, sich in Deutschland wohl zu fühlen. Eine gute Integration kann nur erreicht werden, wenn man nicht ständig etwas von Muslimen einfordert, was man von anderen Religionsgemeinschaften, wie Juden, niemals verlangen würde.

Während sich der Zentralrat der Juden, die Jüdischen Gemeinden in Deutschland, ebenso wie die vielen internationalen jüdischen Organisationen speziell in Berlin, sich noch nie vom "Jüdischen Staat" und seinen Völker- und Menschenrechtsverbrechen und von der illegalen Besatzung Palästinas distanziert haben, nimmt man absurderweise muslimische und islamische Organisationen und Gemeinden kollektiv für Verbrechen in Haftung, die sie gar nicht zu verantworten haben, und mit denen sie sich auch, im Gegensatz zu jüdischen Vertretern, noch nie solidarisiert haben, sondern ablehnen.

Deutschland 2017 ähnelt Nazi-Deutschland

Auf der anderen Seite werden jüdische Israel-Kritiker und Besatzungsgegner mit Hilfe der offiziellen Politik in Deutschland wieder einmal medial kalt gestellt und mit Redeverbot belegt. Deutschland 2017 ähnelt in diesem Punkt sehr Nazi-Deutschland.

Sind das die Lehren aus der deutschen Geschichte; wenn heute mit Unterstützung von "guten" Juden andere vermeintlich "schlechte" Juden ins Abseits und kalt gestellt werden? Deutschland ist vom Antisemitismus in einen fatalen Philosemitismus geschlittert und diesem gefährlichen Zustand müssen wir gemeinsam entgegen wirken. Die Bedrohung der Meinungsfreiheit durch den zionistischen Antisemitismus darf nicht kampflos hingenommen werden.


Ein Jude an die zionistischen Kämpfer
von Erich Fried

Was wollt ihr eigentlich?
Wollt ihr wirklich die übertreffen
die euch niedergetreten haben
vor einem Menschenalter
in euer eigenes Blut
und in euren eigenen Kot?
Wollt ihr die alten Foltern
jetzt an die anderen weitergeben
mit allen blutigen
dreckigen Einzelheiten
mit allem brutalen Genuss
der Folterknechte
wie unsere Väter sie damals
erlitten haben?
Wollt jetzt wirklich ihr
die neue Gestapo sein
die neue Wehrmacht
die neue SA und S.S.
und aus den Palästinensern
die neuen Juden machen?
Aber dann will auch ich
weil ich damals vor fünfzig Jahren
selbst als ein Judenkind
gepeinigt wurde
von euren Peinigern
ein neuer Jude sein
mit diesen neuen Juden
zu denen ihr die Palästinenser macht
Und ich will sie zurückführen helfen
als freie Menschen
in ihr eigenes Land Palästina
aus dem ihr sie vertrieben habt


Fussnoten:

1 https://www.kopi-online.de/wordpress/?p=3383
2 http://www.fr.de/frankfurt/konferenz-im-oekohaus-ka-eins-keine-israelkritische-tagung-a-1243687
3 https://de.qantara.de/inhalt/der-islamische-theologe-farid-esack-mehr-als-nur-ein-israelkritiker
4 http://www.fr.de/frankfurt/israelkritische-konferenz-schlag-gegen-demokratie-a-1245015
http://www.fr.de/frankfurt/israelkritische-konferenz-frankfurt-gefaehrdet-becker-die-demokratische-streitkultur-a-1246648
5 http://www.taz.de/!5372052/
6 http://www.taz.de/!5371977/
7 http://www.fr.de/frankfurt/oekohaus-entruestung-ueber-anti-israel-konferenz-a-1206244
8 http://www.fr.de/frankfurt/israelkritische-konferenz-der-buergermeister-demonstriert-a-1213858
9 http://www.fr.de/frankfurt/israelkritische-konferenz-im-oekohaus-ka-eins-boykott-ist-nicht-antisemitisch-a-1243486
10 https://desertpeace.wordpress.com/2016/12/18/worse-than-a-kapo/
11 http://www.kommunisten.de/index.php?option=com_content&view=article&id=6586:apartheidstaat-israel&catid=44:internationales&Itemid=92
12 https://www.welt.de/politik/ausland/article163150045/Israel-ignoriert-Forderung-des-UN-Sicherheitsrats.html


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.

Top-Foto:
Evelyn Hecht-Galinski (sicht-vom-hochblauen.de)


Online-Flyer Nr. 606  vom 29.03.2017

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