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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2017  

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Kommentar
Debatte um den Fall Jongen an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung
Antifaschistisch geadelt gegen die Linke
Von Hartmut Barth-Engelbart

Wo endet die Freiheit? Wie ist es zu bewerten, wenn Herrschaftsmedien in dieser Frage Stellung beziehen? Wann ist von Berufsverbot zu sprechen und wann vom Sieg der Toleranz und der Demokratie? Ist es ein Ausdruck von Toleranz und Demokratieverständnis, wenn jemand infolge seiner politischen Orientierung berufliche Nachteile erfährt? Ist diese Frage zu bejahen, wenn es sich um einen Funktionär der Alternative für Deutschland (AfD) handelt? Muss Toleranz und Demokratieverständnis auch enden bei Mitgliedern oder Anhängern von Parteien, die für tausendfachen Mord in Form der Beteiligung an Kriegen verantwortlich sind - wie das bei fast allen im Bundestag vertretenen Parteien der Fall ist? Wie viele Stellen insbesondere im Hochschulbetrieb müssten frei bleiben, wenn auch diese Frage mit JA zu beantworten wäre? Die NRhZ-Redaktion hat - inspiriert durch den Artikel "Sloterdijk-Jünger Jongen wird abserviert" von Dietrich Schulze - zu diesem Fragenkomplex eine Debatte angeregt. Hartmut Barth-Engelbart hat die Anregung aufgegriffen.

Wenn die Administration zum Verbot schreitet, übt sie erst bei der Rechten-Oberfläche unter „linkem“ Beifall, was sie solcher Art „antifaschistisch“ geadelt gegen die Linke durchexerzieren, durchexekutieren wird.

Der zunächst 1945/46 unter dem Einfluss tatsächlich antifaschistisch gesinnter US-Army-Offiziere ernsthaft begonnenen Verfolgung faschistischer Verbrecher folgte die Verfolgung der Linken durch die Militärregierungen und ihre über die Listen der Spruchkammern leicht auffindbaren und wieder verwendbaren alten Kameraden, vom Schlage Gehlen und Co und deren Miniaturausgaben auf der Ebene der ehemaligen Blockwarte…

Da ich alle Segnungen für die Opfer der Berufsverbote mit halbierter Pension einigen Arbeitsunfällen an Industrie- und Handwerks-Arbeitsplätzen und die bleibenden Spätfolgen genießen darf, weiß ich schon wovon ich hier schreibe. Bei meinem Arbeitsplatz nach der Kriegsdienstverweigerung in der Bundeswehr, wo ich als Zeitsoldat Reserveoffiziersanwärter war und nach meiner Befehlsverweigerung zur Strafe Unteroffiziere ausbilden musste, womit ich von den Mannschaften isoliert werden sollte - nach dem folgenden Ersatzdienst lernte ich als Schriftsetzer-Lehrling auf dem gewünschten Weg zum Journalisten die in der Frankfurter Rundschau verbliebenen geheim gebliebenen Genossen von Emil Carlebach kennen. Und die haben mir das politische Alphabet beigebracht: Die angeblich antifaschistische US-Militärregierung hat in Zusammenarbeit mit alten Kameraden nach 1946 mit der Verfolgung der Linken begonnen, mit teilweise wörtlich gleichen Begründungen, wobei der „Totalitarismus-Begriff“ zur Ersetzung des klar definierten Faschismus-Begriffes ersetzt wurde.

Spätestens nach dem auch von der KPD noch beklatschten Verbot der SRP, dieser MI5-Gründung (wie es die NPD ja auch ist mit ihrem Schöpfer dem MI5-Agenten –V-Mann Adolf von Thadden) – hätte die Linke begreifen müssen, wie das Monopoly-Spiel geht.

Ich bin kein Freund des Kotzbrockens Sloterdyk - seinen Assistenten kannte ich bis dato nicht. Das sind Edel-Rassisten. Aber die Berufsverbotsverfahren sind ausgelegte Köder - die StudentINNen sollen ihn stören, ihn boykottieren, ihn abwählen. Die kriegführenden Parteien fürchten auch die Konkurrenz der AfD-Rassisten, -Lohnsenker, -Kriegstreiber, -Armen-Bekämpfer. Da wollen sie schon die einen und den anderen aus der Alimentation jagen und ihn nicht an ihre fetten Diäten lassen. Nur sollen sie sich nicht von viel schlimmeren NATO-Oliv-Rosig-grün-blauschwarzen Kriegsführern und Rassisten vor deren Völkermordskarren und Arbeiterzertretungsmaschinen spannen lassen.


Artikel von Dietrich Schulze siehe hier:

Sloterdijk-Jünger Jongen wird abserviert
Karlsruhe: Rektor der Hochschule für Gestaltung distanziert sich von AfD-Funktionär
NRhZ 551 vom 02.03.2016
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=22583


Top-Foto:
Horst Sturm, Düsseldorf 1975


Online-Flyer Nr. 552  vom 09.03.2016

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