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Aktueller Online-Flyer vom 27. Juni 2016  

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Krieg und Frieden
Breedlove: Die Aktivitäten Russlands zwingen zum Umdenken in Europa
USA-NATO auf Kriegskurs gegen Russland
Von LUFTPOST

Der EUCOM-und NATO-Oberkommandierende Breedlove schwört den neuen US-Generalstabschef Dunford auf seinen Konfrontationskurs gegen Russland ein. Das ist einer Veröffentlichung bei ARMY.MILITARY zu entnehmen. LUFTPOST hat den Artikel übersetzt und kommentiert: "Wir können uns nur immer wieder wundern, wie Breedlove Tatsachen verdreht, Sachverhalte auf den Kopf stellt und Putin genau die Absichten unterstellt, die er selbst verfolgt."

STUTTGART, Deutschland – Die USA hätten den in Europa räubernden russischen Bären zwei Jahrzehnte lang nur "geknuddelt", und das müsse sich jetzt wieder ändern, sagte der Kommandeur des EUCOM.

Air-Force-General Philip M. Breedlove, der auch NATO-Oberkommandierender ist, hält eine Verstärkung der US-Streitkräfte in Europa für dringend geboten, weil den wachsenden Fähigkeiten und Kapazitäten der russischen Streitkräfte Entsprechendes entgegengesetzt werden müsse. Das sagte er vor Reportern, die den neuen Chef des US-Generalstabs, Marine-Corps-General Joseph F. Dunford jr., auf seiner Europareise begleiten.

Nach dem Untergang der Sowjetunion im Jahr 1991 hätten die USA und ihre Verbündeten versucht, Russland zu ihrem Partner zu machen. In der neuen russischen Sicherheitsstrategie), die der russische Präsident Wladimir Putin letzte Woche unterzeichnet habe, würden die USA und die NATO-Osterweiterung aber als Bedrohungen für Russland dargestellt. In Wirklichkeit sollten damit nur die russischen Expansionsbestrebungen der letzten Jahre gerechtfertigt werden.

Das "revanchistische" Russland


"Wir müssen uns nur die russischen Aktivitäten seit 2008 anschauen: In Georgien, in Nagorny-Karabach, auf der Krim, im Donbass, und jetzt in Syrien hat das von vielen "revanchistisch" genannte Russland wieder militärische Gewalt zur Durchsetzung seiner Ziele angewandt," führte der General aus.

Das bedeute, dass auch die US-Streitkräfte in Europa wieder umdenken müssten, nachdem sie 20 Jahre lang erfolglos versucht hätten, Russland zum Partner zu machen.

"In dieser Zeit haben wir die Struktur unserer Streitkräfte, unsere geheimdienstlichen Aktivitäten zur Erkenntnisgewinnung, Überwachung, Aufklärung und Lagebeurteilung und unsere Präsenz in den Medien stark reduziert.

Im Hinblick auf die verstärkten russischen Aktivitäten müsse das militärische Engagement der USA in Europa wieder neu justiert werden, betonte Breedlove.

Für ein stärkeres US-Engagement in Europa

Als Breedlove EUCOM-Chef (und NATO-Oberkommandierender) wurde, hat er sofort begonnen, die US-Präsenz in Europa zu erhöhen. Ein vierter Lenkwaffen-Zerstörer ist bereits in Spanien eingetroffen, und die U.S. Army hat eine ganze Kampfbrigade (aus den USA) nach Europa rotieren lassen.

Es gehe aber nicht nur darum, die US-Truppenstärke zu erhöhen. 13 Jahre lang habe sich das EUCOM vor allem darauf konzentriert, Truppen anderer NATO-Staaten für die Bekämpfung der Aufständischen in Afghanistan auszubilden.

"In der Aufstandsbekämpfung sind wir wirklich gut," behauptete Breedlove. "Aber die großen Luftangriffe im ersten und zweiten Irak-Krieg und zu Beginn des Afghanistan-Krieges sind schon länger her. Wir müssen unbedingt die Fähigkeiten wiedererlangen, die zur Führung eines großen Krieges gebraucht werden."

"Als unser Afghanistan-Einsatz zu Ende ging, mussten wir vorsorgen," fuhr er fort. "Wir haben uns dafür entschieden, verstärkt die Fähigkeiten zu trainieren, die zur Erfüllung des Artikels 5 des NATO-Vertrages gebraucht werden. Damit haben wir sogar schon vor den Vorkommnissen auf der Krim begonnen." Der Artikel 5 des NATO-Vertrages legt fest, dass ein Angriff auf ein NATO-Mitglied ein Angriff auf alle Verbündeten ist.

Wiedererlangung der Verteidigungsfähigkeit

Die Aktivitäten Russlands hätten diese Entscheidung gerechtfertigt, erklärte Breedlove. "Jetzt muss jeder Soldat, Matrose, Pilot oder Marineinfanterist, der dem EUCOM zugeteilt wird, seine volle Kampffähigkeit zurückgewinnen."

In allen Manövern und Trainingseinsätzen würden diese Fähigkeiten (zur Führung eines großen Krieges) geübt, sagte der General; deshalb werde das EUCOM auch in Zukunft Manöver auf Divisions- und Korpsebene durchführen.

Breedlove äußerte außerdem, er wisse nicht, was Putin mir seinen erneuerten und verstärkten Streitkräften vorhabe.

"Ich werde oft gefragt, was Putin vor hat oder was er denkt?" fügte er hinzu. "Ich bin mir nicht sicher, was er denkt, sehe aber was er tut und weiß, wie wir darauf zu reagieren haben."


Wir haben die deutsche Übersetzung übernommen von
LUFTPOST - Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein (dort mit zusätzlichen Hinweisen)
http://luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP00616_130116.pdf

Englischsprachiger Originalartikel:
Breedlove: Russia's actions require new approach in Europe
army.mil, Jim Garamone DoD News, Defense Media Activity, January 6, 2016
http://www.army.mil/article/160582/


Top-Foto:
General Philip M. Breedlove (Quelle: defense.gov/About-DoD/Biographies)


Online-Flyer Nr. 546  vom 27.01.2016

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