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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Inland
Bundesregierung muss jetzt konsequent beim Klimaschutz handeln
Klarer Handlungsauftrag an Berlin
Von Annika Natus

Der Weltklimarat (IPCC) hat am 2. November in Kopenhagen seinen Synthesebericht aus den drei Klimaberichten seit September 2013 und zwei Sonderberichten zu Extremwetter veröffentlicht. Er gilt als Schlüsselbericht der weltbesten Klimawissenschaftler für politische Entscheider und ist wegweisend für ein globales Klimaabkommen in Paris 2015.

Boomende Kohleverstromung eindämmen! Protest am Kohlekraftwerk Moorburg
NRhZ-Archiv
 
Eindringlicher als zuvor warnen die Wissenschaftler vor der Klimakrise und mahnen zum Handeln. Der Bericht belegt, dass sich das Klima wandelt; hauptverantwortlich dafür ist die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Der BUND sieht in dem Bericht daher auch einen klaren Handlungsauftrag an die Bundesregierung in Berlin. „Schriller können die Alarmsignale nicht sein. Es gibt keine Entschuldigung mehr für das Zögern beim Klimaschutz. Je länger wir warten, desto größer werden die Risiken eines unumkehrbaren Klimawandels und umso gravierender die Folgen für die Gesellschaft“, kommentierte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Prof. Dr. Hubert Weiger, den Bericht.

„Überschwemmungen, Stürme, Dürren, Ernteausfälle und steigende Meeresspiegel häufen sich schon jetzt, mit furchtbaren Folgen für Menschen und Natur, aber auch hohen wirtschaftlichen Schäden“, sagte Weiger.
 
Die Bundesregierung will Anfang Dezember über zusätzliche Maßnahmen zur Emissionsreduktion entscheiden. Der BUND-Vorsitzende appellierte an die Bundesregierung, den IPCC-Bericht als Handlungsaufforderung ernst zu nehmen. Die Bemühungen, ein schlagkräftiges Klima-Aktionsprogramm auf den Weg zu bringen, um die nationalen Klimaziele bis zum Jahr 2020 zu erreichen, müssten massiv verstärkt werden. „Ein Scheitern der Bundesrepublik beim Klimaschutz wäre unverantwortlich und vermeidbar, zumal es noch Möglichkeiten zum Handeln gibt“, so Weiger. Deutschland werde die angestrebte Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020 jedoch eklatant verfehlen, wenn es nicht gelinge, bei den Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energien umzusteuern.
 
„Eine verantwortliche Politik zum Schutz unserer Lebensgrundlagen erfordert die grundlegende Umstrukturierung unseres Energiesystems, fort von nuklearer und fossilen, hin zu erneuerbaren Energien“, betonte Weiger. Die klimapolitische Kernaufgabe in Deutschland sei es nun, die boomende Kohleverstromung einzudämmen, die im vergangenen Jahr für wieder ansteigende CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich gewesen sei.
 
„Sigmar Gabriel hat erkannt, dass jetzt Zeit ist zu handeln. Als Sofortmaßname ist es nötig, zehn Gigawatt an überflüssigen Kohlekraftwerken vom Markt zu nehmen. Dies wäre auch ein Signal an die Gesellschaft, dass alle Politik- und Gesellschaftsbereiche gefordert sind, sich für einen konsequenten Klimaschutz einzusetzen. Wir brauchen jetzt Taten statt Worte“, sagte Weiger. „Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel muss den Vorschlag zur Abschaltung der Kohlekraftwerke unterstützen und darf nicht zulassen, dass er von kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen blockiert wird“, so der BUND-Vorsitzende. In der vergangenen Woche war aus Presseberichten ein Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums bekannt geworden, Stein- und Braunkohlekraftwerke per Verordnung vom Markt zu nehmen. Auch der BUND hatte im August dieses Jahres vorgeschlagen, die ältesten Braunkohlekraftwerke in Deutschland abzuschalten. (PK)

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar von Franz Alt in dieser Ausgabe.
  
Den Braunkohle-Ausstiegsplan des BUND finden Sie im Internet unter: www.bund.net/pdf/laufzeitbegrenzung-kohle
Weitere Informationen zur Klimapolitik und Kohleverstromung:
www.bund.net/klima
www.bund.net/kohle
www.bund.net/aktiv_werden/aktionen/kohlekraft_abschalten
 
Annika Natus ist Pressereferentin des BUND. 


Online-Flyer Nr. 483  vom 05.11.2014

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