NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo
SUCHE
Suchergebnis anzeigen!
RESSORTS
SERVICE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Aktueller Online-Flyer vom 17. Dezember 2017  

zurück  
Druckversion

Literatur
Glück
Was verbirgt sich denn dahinter?
Von Gisela Segieth

Wie definiert man denn das Glück,
von dem ein Jeder will ein Stück?
Was ist es denn, was macht es aus,
und worauf läuft es denn hinaus? 

















Die einen definieren es als Glück
wenn sie erhalten ein groß' Stück
vom finanziellen Kuchen mal,
doch lindert's wirklich ihre Qual?
 
Die zweiten halten es für Glück,
wenn sie bergauf geh'n Stück für Stück
hinauf auf der Karriereleiter,
doch bringt sie das denn wirklich weiter?
 
Die dritten hoffen auf das Glück,
wenn sie stets blicken nur zurück,
zurück zu ihren Kindertagen,
und haben dennoch viele Fragen.
 
Die vierten glauben an das Glück,
das sie empfanden auf der Brück'
die ihren Lebensweg gespalten,
weil sie vergaßen anzuhalten.
 
Die fünften wollen gar kein Glück
und glauben, es wirft sie zurück.
Sie trau'n sich nicht, es anzuseh'n,
weil sie sich selber nicht versteh'n.
 
Die sechsten seh'n für sich das Glück
in dem Applaus zum Bühnenstück,
den sie erhalten oft dort oben.
Dabei braucht man sie nur zu loben.
 
Die siebten halten es für Glück
wenn sie mit vielen geh'n ein Stück
in ihrem eig'nen Lebensreigen
und können die Familie zeigen.
 
Doch ist das alles wirklich Glück?
Lehn' ich mich selbst einmal zurück,
betrachte meine eigne Welt,
dann brauche ich nicht sehr viel Geld.
 
Ich sehe für mich heut' das Glück,
das ich empfinde Stück für Stück,
wenn ich für mich selbst voran geh'
und Land am Horizont nun seh'.
 
Mir schenkt schon der Gedanke Glück,
dass ich nie wieder geh' zurück,
da, wo ich hergekommen bin,
denn so erhält mein Leben Sinn.
 
Ich selbst erkenne nun das Glück,
wenn ich mich für ein Blümlein bück',
das ach so schön ist anzusehn'
bevor die Beine weiter geh'n.
 
Der Sonnenstrahl, er schenkt mir Glück,
wenn er die Wolken schiebt zurück
und mich am Morgen kitzelt wach,
so dass ich schon zum Frühstück lach'.
 
Ein kleiner Waldweg bringt mir Glück,
auf dem ich laufen kann ein Stück,
bis eine Bank mir dann schenkt Ruh'
und ich schau' den Vöglein zu.
 
Ein liebes Wort, es bringt mir Glück,
auch wenn ich selbst den Bleistift zück',
um es dann gleich mir aufzuschreiben,
damit es kann auch bei mir bleiben.
 
So vieles schenkt mir wirklich Glück
wenn mein' Gedanken ich verrück',
damit sie frei und leicht könn' schweben,
mich voran tragen in mein Leben.
 
Darum schenk ich dir jetzt vom Glück
an dieser Stell' ein großes Stück,
denn du hast meinen Blick gelenkt
auch wenn es manchmal hat gekränkt.
 
Du brachtest mir das große Glück,
dies halt ich fest nun Stück um Stück
und bau' es aus zu einem Leben,
das mir noch sehr viel mehr wird geben.
 
Dir sag' ich Dank in meinem Glück
blicke nach vorn und nicht zurück
und werde meine Schritte lenken
sowie den Kopf mit gutem Denken.
 
Denn dieses Glück, das ich nun hab',
es ist für mich die größte Gab',
ich will es hegen nun und pflegen,
damit es schenkt uns seinen Segen. (PK)
 
Foto: Gisela Segieth


Online-Flyer Nr. 482  vom 29.10.2014

Druckversion     



Startseite           nach oben

KOSTARIKATUREN


Von Kostas Koufogiorgos
FOTOGALERIE