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Aktueller Online-Flyer vom 13. August 2020  

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Kommentar
JPMorgan Chase-Bank kauft Polizeieinsatz gegen Demos für 4,5 Mio. US-Dollar
Aufstand gegen die Geldbarone
Von Gerd Höhne

Verflogen ist die Hoffnung auf Obama. Die Realität ist nun auch im Bewusstsein vieler US-Amerikaner angekommen: Obama redet viel, bewegt aber nichts zum Positiven. Eine ganze Generation junger Menschen ist ohne Chancen, jemals ihr Leben einigermaßen anständig fristen zu können.

"Occupy Wall Street“-Kundgebung: "Steuern für die Wall Street"
Quelle: www.oe24.at/
 
Wer daran schuld ist, ist ihnen nicht fremd: Das kapitalistische System. Natürlich meinen sie noch, man könne den Kapitalismus menschlich machen. Dennoch, sie wehren sich nun. Die Protestbewegung "Occupy Wall Street“ machte schon vor Wochen auf sich aufmerksam, indem sie plante, die Börse – das Allerheiligste des Kapitals der Welt – zu besetzen. Das gelang nicht. Die Demonstranten sammelten sich in einem Camp im Zuccotti Park. Aber auch hier ging die Polizei gegen sie brutal vor: Sie kesselte Demonstranten mit Netzen ein, schlug sie brutal zusammen und setzte Pfefferspray ein.
 
Das half aber auf Dauer nicht. Jetzt kam es erneut zu einer Demonstration der Protestbewegung "Occupy Wall Street“. Während die Banken immer wieder Milliarden Geldspritzen vom Staat bekommen, werden die Lebensbedingun- gen der Armen immer schlechter und die Chancen junger Menschen einen Job zu finden, immer geringer, Dagegen protestieren sie, Inzwischen ist der Protest schon auf andere Städte der USA übergegriffen.
In New York blockierten am letzten Samstag die Demonstranten die Brooklyn Bridge. Die Demonstranten wollten über die Brücke, um sich im Brooklyn Bridge Park zum Essen zu versammeln. Im Aufruf erklärten die Initiatoren:
„Als Teil der 99 Prozent besetzen wir die Wall Street als symbolische Aktion für unsere Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Klima und als Beispiel für eine künftige bessere Welt.“ 
 
Im ZdF-Morgenmagazin, griff man das Thema auf und interviewte einen Promi: Heiner Geißler. Der meinte, man müsse – was die Merkel-Regierung auch vorgibt – eine Transaktionssteuer einführen und damit Arbeitsplätze finanzieren. Ich habe nichts gegen diese Steuer, aber ein Heilmittel gegen Arbeitslosigkeit ist sie nicht. Und Geißler ist auch nicht der, den man als guten Zeugen für die Rechte der Armen anführen kann – man sehe nur seinen Schlichterspruch zum Bahnprojekt Stuttgart 21.
 
Zurück zu New York: Dass die Geldbarone der Wallstreet sich vor jeder Demo, die sich gegen ihre Machenschaften richtet, fürchten wie der Teufel vor dem Weihwasser, ist verständlich. Sie wollen ihre Geschäfte ungestört von jenen machen, denen diese Geschäfte nicht nur die Butter vom Brot nehmen, sondern auch das Brot selbst. Die JPMorgan Chase Bank spendete daher 4.6 Mio. US-Dollar der Polizei, damit sie effektiver die heiligen Hallen des Finanzkapitals schützen kann. Zwar ist diese Summe für die weltgrößte Bank nur Peanuts, aber die Polizei zeigte sich dankbar: Wieder brutales Vorgehen, und sie führte 700 Demonstranten – mit Kabelbindern gefesselt – ab.
 

Michael Moore im Interview
„Etwas Neues hat begonnen“, so fasste Michael Moore im Interview mit der alternativen Medienplattform Democracy Now seine Eindrücke von den Protesten zusammen. Er sagte zu der Protestbewegung: „Es hat bereits angefangen, auf andere Städte überzugreifen. Und es wird sich weiter ausbreiten. … Es werden Zehntausende und Hunderttausende von Menschen sein. … Die Mehrheit der Amerikaner ist wütend auf die Wall Street … Deswegen haben wir bereits eine Armee von Amerikanern, die nur darauf warten, dass irgendjemand etwas tut, und etwas hat gerade begonnen.“ [1]
 
Der Kapitalismus steckt in einer weltweiten Krise. Er ist verstrickt in den Widersprüchen, die er selbst hervor ruft. Was er auch macht – immer enger schließt sich die Schlinge. Wir sehen das auch am sog. Euro-Rettungsschirm, der in Wirklichkeit nur den Großbanken Geld zuschanzen soll. Man gibt z.B. keineswegs Griechenland Geld um die Wirtschaft zu stützen, sondern das wandert direkt auf die Konten z.B. deutscher Großbanken. Der Euro aber wird immer weicher. Es zeichnet sich jetzt bereits ab, dass es gar nicht soviel Geld gibt, um alle Löcher zu stopfen.
 
Es wird dringend Zeit, dass sie die Einzigen, die dieses unmenschliche System beseitigen können, die Arbeiterklasse unter Führung der Kommunisten, sich ihrer Pflicht erinnern und sich vereint an die revolutionäre Organisierung der Massen zu machen. Das Ziel muss sein: Sturz des Systems, das unzählige Menschen ins Elend stürzt und für Krieg und Unterdrückung verantwortlich ist. (PK)
 
[1] Mehr unter http://www.democracynow.org/seo/2011/9/28/something_has_started_michael_moore_on
 
Diesen Beitrag haben wir von der Internetseite Kommunisten-online übernommen


Online-Flyer Nr. 323  vom 12.10.2011

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