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Globales
APHU soll landesweites Projekt der Nachkommen von Ureinwohnern werden
Indigene in Peru gründen Partei
Von Mathias Hohmann
Im September wird in Peru eine indigene Partei gegründet werden. Auf einer Pressekonferenz Mitte dieser Woche in der Hauptstadt Lima kündigte der Präsident der Interethnischen Vereinigung zur Entwicklung des peruanischen Amazonasgebietes (AIDESEP), Alberto Pizango Chota, die Gründung der Alianza para la Alternativa de la Humanidad (Allianz für die Alternative der Menschheit, APHU) an.
Mit der APHU wolle man bereits an den kommenden Wahlen 2011 teilnehmen. Man wolle sich aber vor allem langfristig ein Instrument schaffen, um aktiv an der nationalen Politik teilhaben zu können. Momentan sei man damit beschäftigt, die benötigte Anzahl an Unterschriften zu sammeln, damit die APHU offiziell registriert werden kann, so Pizango Chota weiter.
Wer dachte, dass der brutale Polizeieinsatz ein Umdenken bei Regierung und Präsident in Lima auslösen würde, sah sich getäuscht. Zwei Tage nach dem Massaker in Bagua legte diese vielmehr nach. In einem perfiden Fernsehspot wurden die protestierenden Indigenen massiv herabgewürdigt. Sie seien Extremisten und Wilde, die Polizisten umgebracht hätten und aus dem Ausland – gemeint waren in erster Linie Venezuela und Bolivien – gesteuert würden. Einen friedlichen Dialog würden sie weder praktizieren können noch wollen. Präsident Alan García verstieg sich in einem Fernsehinterview sogar zu der Formulierung, die indigenen EinwohnerInnen des Amazonastieflandes seien eben keine BürgerInnen erster Klasse. Perus Präsident führte damit seinen rassistischen Diskurs fort, den er im Namen der Investitionsförderung bereits Ende 2007 aufnahm. In drei langen Artikeln in seinem damaligen Hausblatt El Comercio legte er dar, wie die indigenen EinwohnerInnen geizig auf ihren Bodenschätzen hocken, nicht wollen, dass andere sie fördern und selbst nicht in der Lage sind, sie zu entwickeln oder Investitionen zu tätigen.
Online-Flyer Nr. 263 vom 18.08.2010
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Globales
APHU soll landesweites Projekt der Nachkommen von Ureinwohnern werden
Indigene in Peru gründen Partei
Von Mathias Hohmann
Im September wird in Peru eine indigene Partei gegründet werden. Auf einer Pressekonferenz Mitte dieser Woche in der Hauptstadt Lima kündigte der Präsident der Interethnischen Vereinigung zur Entwicklung des peruanischen Amazonasgebietes (AIDESEP), Alberto Pizango Chota, die Gründung der Alianza para la Alternativa de la Humanidad (Allianz für die Alternative der Menschheit, APHU) an.
Die Indigenen im Amazonasgebiet reagieren mit der Parteigründung auf die Ereignisse der letzten Jahre. Die Regierung in Lima hatte auf der Grundlage von Sondervollmachten für die Umsetzung des Freihandelsabkommens mit den USA in der ersten Jahreshälfte 2008 eilig zahlreiche Dekrete verabschiedete, die die Interessen und Rechte der indigenen Bevölkerung betrafen, ohne diese jedoch zuvor konsultiert zu haben. Potenziellen Investoren sollte so der Zugriff auf Land und Ressourcen im Amazonasgebiet vereinfacht werden.
Streiks und Proteste endeten 2009 in einem Blutbad
Es kam in 2008 und 2009 zu zwei massiven Streik- und Protestwellen im Amazonasgebiet.(1) Der indigene Widerstand endete am Anfang Juni des letzten Jahres in einem Blutbad: Sondereinheiten der peruanischen Polizei hatten unweit Bagua (Nordperu) eine Straßenblockade von tausenden friedlich Protestierenden mit scharfer Munition und Tränengas angegriffen. Die Bilanz der Auseinandersetzungen: 34 Tote – unter ihnen mehrheitlich Polizisten – und hunderte Verletzte.
Wenige Tage später wurde der zweite Streik nach hektisch angesetzten Verhandlungen zwischen Regierung und mehreren VertreterInnen regionaler indigener Organsationen Amazoniens beendet. Alberto Pizango, damals Vorsitzender der 1980 gegründeten Indigenenorganisation AIDESEP(2) saß da übrigens nicht mehr mit am Verhandlungstisch. Nachdem gegen ihn ein Haftbefehl wegen angeblicher Anstiftung zum Aufruhr während des Streiks veranlaßt wurde, konnte er sich noch in die nicaraguanische Botschaft flüchten, um Tage später in das politische Asyl des mittelamerikanischen Landes zu fliehen.
Alberto Pizango kehrte erst Ende Mai dieses Jahres aus einem knapp einjährigen Asyl in Nicaragua nach Peru zurück. In allen Verfahren gegen ihn wurden die Haftbefehle inzwischen ausgesetzt. (PK)
Dieser Artikel erschien zuerst im Portal Amrika21
Dieser Artikel erschien zuerst im Portal Amrika21
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