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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Literatur
Gedichte - Nach dem Erwachen
Angst
Von Wolfgang Bittner

Der Gedichtband „Po przebudzeniu“ (Nach dem Erwachen), aus dem wir hier ein weiteres Gedicht in einer Serie veröffentlichen, ist auf Anfrage und durch Vermittlung des polnischen Literaturwissenschaftlers Prof. Dr. Edward Bialek 2009 exklusiv in polnischer Fassung (Übersetzung) im ATUT Verlag in Wroclaw (Breslau) erschienen. Es ist Wolfgang Bittners fünftes Buch in polnischer Sprache. - Am 6. August wird die NRhZ-Redaktion dem engagierten Autor den Kölner Karls-Preis verleihen. Mehr dazu in dieser Ausgabe.


Angst
 
So geläufig dieses Dröhnen,
das Rasseln der Panzer,
dieses rasselnde Dröhnen,
Panzerketten
nachts in den Ohren,
sie üben noch.
 
Klopft mein Herz bis zum Hals,
erwache ich schwitzend,
üben sie noch
oder ist schon Krieg?
Und jeden Morgen diese Frage,
jeden Tag.
 
Seid ruhig, ihr Lieben,
habt ruhig Angst,
und lauthals
vertraut eurer Hoffnung.
Die Zeitungen schreiben von Feinden,
wir haben andere.
(PK)


Wolfgang Bittner, 1941 in Gleiwitz (Gliwice) geboren, lebt als freier Schriftsteller in Göttingen und Köln. Er studierte Jura, Philosophie und

Wolfgang Bittner und seine Ehefrau,
die Schriftstellerin Renate Schoof
Foto: H.-D. Hey - gesichter zei(ch/g)en
  Soziologie und promovierte 1972 zum Dr. jur. Bis 1974 ging er verschiedenen Tätigkeiten nach, u.a. als Fürsorgeangestellter, Verwaltungsbeamter und Rechts-anwalt. Ausgedehnte Reisen führten ihn nach Vorderasien, Mexiko und Kanada, Lesereisen und zwei Gastprofessuren nach Polen. Er ist Mitglied im PEN, erhielt mehrere Literaturpreise und hat über 60 Bücher veröffentlicht, darunter die Romane „Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben“ (siehe NRhZ 140 bis 184) und „Niemandsland“, der Erzählband „Das andere Leben“, der Gedichtband „Vom langen Warten auf den neuen Tag“, das Sachbuch „Beruf: Schriftsteller“…

In dem Buch „Minima Politika“, erschienen im Horlemann-Verlag und als Serie in der NRhZ, hat Wolfgang Bittner mit spitzer Feder in epigrammatischen Sprüchen – kongenial illustriert von unserem Cartoonisten Kostas Koufogiorgos – das aufgespießt, was uns auf Schritt und Tritt begegnet, was uns existenziell angeht und was in den Medien nur verkürzt, verdreht oder gar nicht vorkommt: den Abbau demokratischer Rechte, soziale Kälte, Korruption in Politik und Wirtschaft, Einschränkung von Menschenrechten, aber auch Egoismus und Habgier als gesellschaftlich propagierte und staatlich geförderte Verhaltensweisen. (PK)
Weitere Informationen unter www.wolfgangbittner.de


Online-Flyer Nr. 258  vom 14.07.2010

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