NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo
SUCHE
Suchergebnis anzeigen!
RESSORTS
SERVICE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Aktueller Online-Flyer vom 14. Dezember 2017  

zurück  
Druckversion

Literatur
Gedichte - Nach dem Erwachen
Abschied
Von Wolfgang Bittner

Abschied

In der Erinnerung
ist alles einfacher gewesen,
besonders auf Bahnhöfen,
an die ich mich
nicht mehr erinnern kann.
Aber der Abschied eben war schwer,
immer noch ist alles in Bewegung
in meinem Leben
und jetzt auch in meinem Gehirn,
das machen die Worte:
“Du wirst mir fehlen.“
Wäre ich Beamter geworden,
ich stünde morgens beruhigt auf;
so aber stehe ich im Mantel
hier an der Theke:
Ein Bier,
einen doppelten Korn bitte,
und überlege immer noch,
ob ich ein Fehler bin
in deinem Leben.


bittner
portraitWolfgang Bittner, 1941 in Gleiwitz (Gliwice) geboren, lebt als freier Schriftsteller in Göttingen und Köln. Er studierte Jura, Philosophie und Soziologie und promovierte 1972 zum Dr. jur.
Bis 1974 ging er verschiedenen Tätigkeiten nach, u.a. als Fürsorgeangestellter, Verwaltungsbeamter und Rechts-anwalt. Ausgedehnte Reisen führten ihn nach Vorderasien, Mexiko und Kanada, Lesereisen und zwei Gastprofessuren nach Polen. Er ist Mitglied im PEN, erhielt mehrere Literaturpreise und hat über 60 Bücher veröffentlicht, darunter die Romane „Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben“ (siehe NRhZ 140 bis 184) und „Niemandsland“, der Erzählband „Das andere Leben“, der Gedichtband „Vom langen Warten auf den neuen Tag“, das Sachbuch „Beruf: Schriftsteller“…

In dem Buch „Minima Politika“, erschienen im Horlemann-Verlag und als Serie in der NRhZ, hat Wolfgang Bittner mit spitzer Feder in epigrammatischen Sprüchen – kongenial illustriert von unserem Cartoonisten Kostas Koufogiorgos – das aufgespießt, was uns auf Schritt und Tritt begegnet, was uns existenziell angeht und was in den Medien nur verkürzt, verdreht oder gar nicht vorkommt: den Abbau demokratischer Rechte, soziale Kälte, Korruption in Politik und Wirtschaft, Einschränkung von Menschenrechten, aber auch Egoismus und Habgier als gesellschaftlich propagierte und staatlich geförderte Verhaltensweisen. (PK)
Weitere Informationen unter www.wolfgangbittner.de


Online-Flyer Nr. 252  vom 02.06.2010

Druckversion     



Startseite           nach oben

KOSTARIKATUREN


Von Kostas Koufogiorgos
FOTOGALERIE