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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Literatur
Gedichte - Nach dem Erwachen
Ein guter Tag
Von Wolfgang Bittner

Das ist ein guter Tag heute
nach einer guten Nacht.
Ausgeschlafen erwache ich
früh von den Geräuschen im Haus
(ich glaube, da sang
sogar eine Amsel),
ich fühle mich körperlos,
das heißt ohne Beschwerden.
Schon während des Rasierens
fallen mir Sätze ein
für Gedichte
voll von Überraschungen,
die ich beim Frühstück beginne.
Ob die Sonne scheint,
ist mir nicht wichtig.
Später bringt der Postbote
lauter Erfolgsnachrichten
und einen Scheck.
Manchmal kommt alles zusammen.
Es macht Spaß,
eine Geschichte zu schreiben,
Telefongespräche
sind unproblematisch.
Heute geht es mir gut
und vielleicht auch morgen.
Mir ist,
als habe ich das verdient.

wolfgang bittner Wolfgang Bittner, 1941 in Gleiwitz (Gliwice) geboren, lebt als freier Schriftsteller in Göttingen und Köln. Er studierte Jura, Philosophie und Soziologie und promovierte 1972 zum Dr. jur. Bis 1974 ging er verschiedenen Tätigkeiten nach, u.a. als Fürsorgeangestellter, Verwaltungsbeamter und Rechtsanwalt. Ausgedehnte Reisen führten ihn nach Vorderasien, Mexiko und Kanada, Lesereisen und zwei Gastprofessuren nach Polen. Er ist Mitglied im PEN, erhielt mehrere Literaturpreise und hat über 60 Bücher veröffentlicht, darunter die Romane „Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben“ (siehe NRhZ 140 bis 184) und „Niemandsland“, der Erzählband „Das andere Leben“, der Gedichtband „Vom langen Warten auf den neuen Tag“, das Sachbuch „Beruf: Schriftsteller“…

In dem Buch „Minima Politika“, erschienen im Horlemann-Verlag und als Serie in der NRhZ, hat Wolfgang Bittner mit spitzer Feder in epigrammatischen Sprüchen – kongenial illustriert von unserem Cartoonisten Kostas Koufogiorgos – das aufgespießt, was uns auf Schritt und Tritt begegnet, was uns existenziell angeht und was in den Medien nur verkürzt, verdreht oder gar nicht vorkommt: den Abbau demokratischer Rechte, soziale Kälte, Korruption in Politik und Wirtschaft, Einschränkung von Menschenrechten, aber auch Egoismus und Habgier als gesellschaftlich propagierte und staatlich geförderte Verhaltensweisen. (PK)
Weitere Informationen unter www.wolfgangbittner.de


Online-Flyer Nr. 243  vom 31.03.2010

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