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Kultur und Wissen
40 Jahre Uriah Heep - und ein halbes neues Album
Uriah who?
Von Amir Shaheen

Uriah Heep 2008 / Quelle: Wikipeda
1990 feiern die sturmerprobten Engländer „20 Years of Uriah Heep“. Ihre Jubiläumstour führt die Band um Gitarrist Mick Box mal wieder rund um den Globus. Bis in die entlegendsten Winkel der Zivilisation. Etwa in die Mehrzweckhalle in Erndtebrück-Birkelbach. Das dortige Konzert der legendären Hard Rocker veranstaltet die Dorfjugend Birkefehl, deren Mitglieder am Einlass manch einem Besucher den Ausfall der Zeltingerband erklären müssen. Als Ersatz sind kurzfristig die Bonner Trans Am eingesprungen, als dritte Band spielt Czakan. Uriah Heep, deren ganz große Zeit vorbei ist, sind noch immer ein bemerkenswerter Headliner für ein Konzert in tiefster Provinz. Aber dort hat Jürgen Zeltinger zu Beginn der Neunzigerjahre für manch einen weit mehr Zugkraft als die fossilen Briten.
Jubiläum und wechselnde Crew
Ihr erstes Album „Very ´eavy, very ´umble“ erscheint 1970 und ist bis heute einer der Klassiker des britischen Heavy Rocks. Unter dem Motto „Two Decades In Rock“ veröffentlichen Heep 20 Jahre später eine drei CDs umfassende Werkschau. Eine daraus extrahierte Einzel-LP/CD haben sie „Still ´eavy, Still Proud“ betitelt – Programmatik und Heepsches Selbstverständnis bis heute. Das Konzert in Erndtebrück wird eine temporeiche, kraftvolle Tour de force durch ein mit Highlights gespicktes Set. Vom furiosen Opener „Bird Of Prey“ bis zum Zugabenblock, den der schwergewichtige Drummer Lee Kerslake mit einem virtuosen wie spannenden Drumsolo eröffnet. Vier Jahre hält diese Besetzung nun bereits, für Heepsche Maßstäbe erstaunlich lang. Neben dem einzigen Gründungsmitglied Mick Box und Kerslake, der 1971 zur Band stößt, sind dies Bassist Trevor Bolder (kommt 1976) und die beiden Neuzugänge Phil Lanzon (Keyboards) und Sänger Bernie Shaw, die 1986 einsteigen. Es soll das beständigste Lineup der Bandgeschichte werden. Über 20 Jahre bleibt es stabil, bis Kerslake aus gesundheitlichen Gründen 2007 ausscheidet. Mit seinem Nachfolger Russell Gilbrook, der 2008 das jüngste Studioalbum „Wake The Sleeper“ einspielt, feiern die Briten nun „40 Years of Rock“. So der Untertitel ihres neuen Albums „Celebration“ (earMusic/edel).
40 Jahre im Rockgeschäft sind ein Kraftakt. Insbesondere, wenn man eine so wechselvolle Karriere hat wie Uriah Heep. Höhenflüge, tiefe Abstürze, Todesfälle, annähernd 30 Mitglieder geben sich die Klinke respektive Instrumente und Gesangsmikro in die Hand. Nachdem die Zeit der großen Hits vorüber ist, rettet die Band allein konstantes und konsequentes Touren in über 50 Staaten der Erde. Darunter Russland und der ehemalige Ostblock, den Uriah Heep als erste westliche Band für viele folgende (beispielsweise die Scorpions) erst öffnen. 1969 hervorgegangen aus der Band Spice von Mick Box und Sänger David Byron, benennt man sich nach Einstieg von Keyboarder Ken Hensley nach einer Figur aus Charles Dickens Roman „David Copperfield“. Ihr Stil ist geprägt durch den charismatischen Byron und Keyboarder Hensley. Er ist es, der der Band fast alle großen Erfolge und ihre Hits schreibt, „Stealin’”, “Easy Livin’”, “July Morning”, “Lady In Black”, und nach dem Rauswurf der Diva Byron eine Umorientierung in poppige Gefilde vornimmt. Mit John Lawton (zuvor bei den Les Humphries Singers und Lucifer´s Friend) als neuem Sänger gelingen der Band Ende der Siebzigerjahre zwar die Chart-Hits „Free Me“, „Love Or Nothing“ und „Come Back To Me“. Allerdings markiert dies zugleich den Abschied vom kernigen Heavy Rock früherer Tage. Der Tiefpunkt in der Bandgeschichte ist erreicht, als ein frustrierter Kerslake zu Ozzy Osbourne abwandert und man sich im Streit von John Lawton trennt. Mit dessen Nachfolger John Sloman (Ex-Lone Star) erscheint 1980 eines der schwächsten Heep-Alben („Conquest“), musikalisch wie kommerziell. Die Eroberung läutet den Zerfall ein. Ken Hensley schließt sich den US-Southern Rockern Blackfoot an, Trevor Bolder geht zu Wishbone Ash. Mick Box besitzt zwar den Namen, hat aber keine Band mehr. Uriah Heep scheinen Geschichte, liegen zwei Jahre auf Eis.
Ein gelebter Traum
Aber Uriah Heep ist sein Leben, und Box gibt diesen Traum nicht auf. Als neuen Sänger verpflichtet er den ehemaligen Trapeze-Vokalisten Pete Goalby und holt Lee Kerslake von Ozzy zurück. Der bringt zunächst Bassist Bob Daisley (zuvor u.a. bei Rainbow) mit, bevor ein Jahr später Trevor Bolder zurückkehrt. Das permanente Touren zerrt jedoch an Nerven und Stimmbändern. Nach nur drei Alben gibt Pete Goalby auf. Für ihn kommt 1986 der Kanadier Bernie Shaw. Keyboarder Phil Lanzon steigt ein und wird Mick Box’ zuverlässiger musikalischer Partner. Gemeinsam steuern sie das Unternehmen Heep erfolgreich durch die nächsten zwei Jahrzehnte.
Das bedeutet vorrangig ununterbrochene Live-Präsenz. Denn ihr Output an neuen Studioalben kommt in den Neunzigerjahren zum Erliegen. Obwohl auf das enttäuschende „Different World“ (1991) das ungeheuer starke „Sea Of Light“ (1995) folgt, beendet das abermals eher schwache „Sonic Origami“ (1998) für zehn Jahre den kreativen Prozess. Heep wurschteln sich mit einer Reihe hochkarätiger Live-Alben, Akustik-Einspielungen („Acoustically Driven“) und Neuaufnahmen durch. Sie festigen ihren ohnehin tadellosen Ruf, eine der besten Livebands zu sein. Ein schlechtes Heep-Konzert ist kaum vorstellbar. Spielfreude und Zusammenspiel der sympathischen Briten sind mustergültig. Bernie Shaw bewältigt auch hohe Tonlagen und Nuancen noch immer weit besser als mancher Kollege mit vergleichbarer Belastung und Dienstjahren. Der weithin unterschätzte und oftmals etwas despektierlich als Wah-Wah-Exzentriker bezeichnete Mick Box zaubert noch immer Soli, die neben technischer Finesse vor allem durch Emotionalität und zuweilen Humor bestechen. Sein Dauergrinsen tut ein Übriges, um diesem Mann den Spaß an seinem Job vorbehaltlos zu glauben.
Beeindruckende Liveshows
Zuletzt stellte die Band dies im vergangenen Jahr im Kölner E-Werk unter Beweis. Nach den erbärmlich rumpelnden und polternden Gästen Thin Lizzy war die gut gelaunte Performance der entspannten Heep beinahe eine Offenbarung. Durchsetzt mit einigen Klassikern präsentierten sie ihr jüngstes Studioalbum „Wake The Sleeper“ fast vollständig. Ihr erstes Album nach zehn Jahren bedeutete für die Band ein phantastisches Comeback, das von der Kritik einhellig gelobt und von den kaufenden Fans freudig angenommen wurde.
Anknüpfend an diesen großen Wurf, den manch einer der Band nicht mehr zugetraut hätte, begehen die Briten nur ihr 40-Jähriges Bestehen. Auf Tour und mit einer halben neuen Scheibe im Gepäck. Neben zwei unveröffentlichten Songs enthält das Album Neueinspielungen ihrer großen Hits aus der Hensley-Ära sowie mit „Free Me“ und „Free’N’Easy“ zwei Songs aus der John Lawton-Phase. Völlig legitim, dass eine große und großartige Band wie Uriah Heep sich auf diese Weise feiert. Allerdings haben sie das mit dem Doppelwerk „Remasters“ 2001 bereits viel besser getan. Dort verewigten sie Neuaufnahmen ihrer Klassiker in spannenden, ungewohnten, teils orchestralen Arrangements. Für eine Feier des 40. fällt die jetzt vorgelegte Werkschau dagegen eher dünn und einfallslos aus. Musikalisch sind die neuen Songs wie auch die von Shaw gesungenen zwölf Klassiker über jeden Zweifel erhaben. In zeitgemäßem Sound und mit der nötigen Härte sind diese Versionen ein exaktes Dokument dessen, was Heep 2009 live zu bieten haben. Altes wie neues Material bildet ein homogenes Ganzes. Mehr als ein Schönheitsfehler dürften für alte Fans jedoch die eigenwilligen Textvarianten sein, die Bernie Shaw seit Jahr und Tag live pflegt. Bei „Sunrise“, „Look At Yourself“ oder selbst der schwarzen Lady wurde darauf verzichtet, seine offensichtlichen Fehler zu korrigieren. Das ist nicht nachvollziehbar, denn seine Abweichungen ergeben weder Sinn, noch stellen sie Verbesserungen der poetischen Texte Hensleys dar. Aber das ist Futter für Textexegeten und Erbsenzähler. Das Vergnügen, das diese Compilation bereitet, wird dadurch nicht geschmälert. Im Gegenteil macht sie mächtig Appetit, die Band wieder live zu erleben.
Über den Autor:
(GW)
Online-Flyer Nr. 222 vom 04.11.2009
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40 Jahre Uriah Heep - und ein halbes neues Album
Uriah who?
Von Amir Shaheen

Uriah Heep 2008 / Quelle: Wikipeda
1990 feiern die sturmerprobten Engländer „20 Years of Uriah Heep“. Ihre Jubiläumstour führt die Band um Gitarrist Mick Box mal wieder rund um den Globus. Bis in die entlegendsten Winkel der Zivilisation. Etwa in die Mehrzweckhalle in Erndtebrück-Birkelbach. Das dortige Konzert der legendären Hard Rocker veranstaltet die Dorfjugend Birkefehl, deren Mitglieder am Einlass manch einem Besucher den Ausfall der Zeltingerband erklären müssen. Als Ersatz sind kurzfristig die Bonner Trans Am eingesprungen, als dritte Band spielt Czakan. Uriah Heep, deren ganz große Zeit vorbei ist, sind noch immer ein bemerkenswerter Headliner für ein Konzert in tiefster Provinz. Aber dort hat Jürgen Zeltinger zu Beginn der Neunzigerjahre für manch einen weit mehr Zugkraft als die fossilen Briten.
Jubiläum und wechselnde Crew
Ihr erstes Album „Very ´eavy, very ´umble“ erscheint 1970 und ist bis heute einer der Klassiker des britischen Heavy Rocks. Unter dem Motto „Two Decades In Rock“ veröffentlichen Heep 20 Jahre später eine drei CDs umfassende Werkschau. Eine daraus extrahierte Einzel-LP/CD haben sie „Still ´eavy, Still Proud“ betitelt – Programmatik und Heepsches Selbstverständnis bis heute. Das Konzert in Erndtebrück wird eine temporeiche, kraftvolle Tour de force durch ein mit Highlights gespicktes Set. Vom furiosen Opener „Bird Of Prey“ bis zum Zugabenblock, den der schwergewichtige Drummer Lee Kerslake mit einem virtuosen wie spannenden Drumsolo eröffnet. Vier Jahre hält diese Besetzung nun bereits, für Heepsche Maßstäbe erstaunlich lang. Neben dem einzigen Gründungsmitglied Mick Box und Kerslake, der 1971 zur Band stößt, sind dies Bassist Trevor Bolder (kommt 1976) und die beiden Neuzugänge Phil Lanzon (Keyboards) und Sänger Bernie Shaw, die 1986 einsteigen. Es soll das beständigste Lineup der Bandgeschichte werden. Über 20 Jahre bleibt es stabil, bis Kerslake aus gesundheitlichen Gründen 2007 ausscheidet. Mit seinem Nachfolger Russell Gilbrook, der 2008 das jüngste Studioalbum „Wake The Sleeper“ einspielt, feiern die Briten nun „40 Years of Rock“. So der Untertitel ihres neuen Albums „Celebration“ (earMusic/edel).
40 Jahre im Rockgeschäft sind ein Kraftakt. Insbesondere, wenn man eine so wechselvolle Karriere hat wie Uriah Heep. Höhenflüge, tiefe Abstürze, Todesfälle, annähernd 30 Mitglieder geben sich die Klinke respektive Instrumente und Gesangsmikro in die Hand. Nachdem die Zeit der großen Hits vorüber ist, rettet die Band allein konstantes und konsequentes Touren in über 50 Staaten der Erde. Darunter Russland und der ehemalige Ostblock, den Uriah Heep als erste westliche Band für viele folgende (beispielsweise die Scorpions) erst öffnen. 1969 hervorgegangen aus der Band Spice von Mick Box und Sänger David Byron, benennt man sich nach Einstieg von Keyboarder Ken Hensley nach einer Figur aus Charles Dickens Roman „David Copperfield“. Ihr Stil ist geprägt durch den charismatischen Byron und Keyboarder Hensley. Er ist es, der der Band fast alle großen Erfolge und ihre Hits schreibt, „Stealin’”, “Easy Livin’”, “July Morning”, “Lady In Black”, und nach dem Rauswurf der Diva Byron eine Umorientierung in poppige Gefilde vornimmt. Mit John Lawton (zuvor bei den Les Humphries Singers und Lucifer´s Friend) als neuem Sänger gelingen der Band Ende der Siebzigerjahre zwar die Chart-Hits „Free Me“, „Love Or Nothing“ und „Come Back To Me“. Allerdings markiert dies zugleich den Abschied vom kernigen Heavy Rock früherer Tage. Der Tiefpunkt in der Bandgeschichte ist erreicht, als ein frustrierter Kerslake zu Ozzy Osbourne abwandert und man sich im Streit von John Lawton trennt. Mit dessen Nachfolger John Sloman (Ex-Lone Star) erscheint 1980 eines der schwächsten Heep-Alben („Conquest“), musikalisch wie kommerziell. Die Eroberung läutet den Zerfall ein. Ken Hensley schließt sich den US-Southern Rockern Blackfoot an, Trevor Bolder geht zu Wishbone Ash. Mick Box besitzt zwar den Namen, hat aber keine Band mehr. Uriah Heep scheinen Geschichte, liegen zwei Jahre auf Eis.
Ein gelebter Traum
Aber Uriah Heep ist sein Leben, und Box gibt diesen Traum nicht auf. Als neuen Sänger verpflichtet er den ehemaligen Trapeze-Vokalisten Pete Goalby und holt Lee Kerslake von Ozzy zurück. Der bringt zunächst Bassist Bob Daisley (zuvor u.a. bei Rainbow) mit, bevor ein Jahr später Trevor Bolder zurückkehrt. Das permanente Touren zerrt jedoch an Nerven und Stimmbändern. Nach nur drei Alben gibt Pete Goalby auf. Für ihn kommt 1986 der Kanadier Bernie Shaw. Keyboarder Phil Lanzon steigt ein und wird Mick Box’ zuverlässiger musikalischer Partner. Gemeinsam steuern sie das Unternehmen Heep erfolgreich durch die nächsten zwei Jahrzehnte.
Das bedeutet vorrangig ununterbrochene Live-Präsenz. Denn ihr Output an neuen Studioalben kommt in den Neunzigerjahren zum Erliegen. Obwohl auf das enttäuschende „Different World“ (1991) das ungeheuer starke „Sea Of Light“ (1995) folgt, beendet das abermals eher schwache „Sonic Origami“ (1998) für zehn Jahre den kreativen Prozess. Heep wurschteln sich mit einer Reihe hochkarätiger Live-Alben, Akustik-Einspielungen („Acoustically Driven“) und Neuaufnahmen durch. Sie festigen ihren ohnehin tadellosen Ruf, eine der besten Livebands zu sein. Ein schlechtes Heep-Konzert ist kaum vorstellbar. Spielfreude und Zusammenspiel der sympathischen Briten sind mustergültig. Bernie Shaw bewältigt auch hohe Tonlagen und Nuancen noch immer weit besser als mancher Kollege mit vergleichbarer Belastung und Dienstjahren. Der weithin unterschätzte und oftmals etwas despektierlich als Wah-Wah-Exzentriker bezeichnete Mick Box zaubert noch immer Soli, die neben technischer Finesse vor allem durch Emotionalität und zuweilen Humor bestechen. Sein Dauergrinsen tut ein Übriges, um diesem Mann den Spaß an seinem Job vorbehaltlos zu glauben.
Beeindruckende Liveshows
Zuletzt stellte die Band dies im vergangenen Jahr im Kölner E-Werk unter Beweis. Nach den erbärmlich rumpelnden und polternden Gästen Thin Lizzy war die gut gelaunte Performance der entspannten Heep beinahe eine Offenbarung. Durchsetzt mit einigen Klassikern präsentierten sie ihr jüngstes Studioalbum „Wake The Sleeper“ fast vollständig. Ihr erstes Album nach zehn Jahren bedeutete für die Band ein phantastisches Comeback, das von der Kritik einhellig gelobt und von den kaufenden Fans freudig angenommen wurde.
Anknüpfend an diesen großen Wurf, den manch einer der Band nicht mehr zugetraut hätte, begehen die Briten nur ihr 40-Jähriges Bestehen. Auf Tour und mit einer halben neuen Scheibe im Gepäck. Neben zwei unveröffentlichten Songs enthält das Album Neueinspielungen ihrer großen Hits aus der Hensley-Ära sowie mit „Free Me“ und „Free’N’Easy“ zwei Songs aus der John Lawton-Phase. Völlig legitim, dass eine große und großartige Band wie Uriah Heep sich auf diese Weise feiert. Allerdings haben sie das mit dem Doppelwerk „Remasters“ 2001 bereits viel besser getan. Dort verewigten sie Neuaufnahmen ihrer Klassiker in spannenden, ungewohnten, teils orchestralen Arrangements. Für eine Feier des 40. fällt die jetzt vorgelegte Werkschau dagegen eher dünn und einfallslos aus. Musikalisch sind die neuen Songs wie auch die von Shaw gesungenen zwölf Klassiker über jeden Zweifel erhaben. In zeitgemäßem Sound und mit der nötigen Härte sind diese Versionen ein exaktes Dokument dessen, was Heep 2009 live zu bieten haben. Altes wie neues Material bildet ein homogenes Ganzes. Mehr als ein Schönheitsfehler dürften für alte Fans jedoch die eigenwilligen Textvarianten sein, die Bernie Shaw seit Jahr und Tag live pflegt. Bei „Sunrise“, „Look At Yourself“ oder selbst der schwarzen Lady wurde darauf verzichtet, seine offensichtlichen Fehler zu korrigieren. Das ist nicht nachvollziehbar, denn seine Abweichungen ergeben weder Sinn, noch stellen sie Verbesserungen der poetischen Texte Hensleys dar. Aber das ist Futter für Textexegeten und Erbsenzähler. Das Vergnügen, das diese Compilation bereitet, wird dadurch nicht geschmälert. Im Gegenteil macht sie mächtig Appetit, die Band wieder live zu erleben.
Über den Autor:
(GW)
Online-Flyer Nr. 222 vom 04.11.2009
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