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Aktueller Online-Flyer vom 10. Juni 2026  

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Inland
Mit Grablichtern in den Fenstern gegen Schwarz-Gelb protestieren?
„Heiliger Zorn“
Von IFI

Eine „Freundin der Nachdenkseiten“ hat dort zum Programm der neuen Bundesregierung unter http://www.nachdenkerforum.de/nboard/viewtopic.php?f=8&t=233 einen Vorschlag gemacht, den wir auch unseren LeserInnen mitteilen und zur Diskussion stellen wollen. Was halten Sie davon? Oder sollte man nicht besser gemeinsam – mit den Lichtern und roten Fahnen in der Hand – auf die Straße gehen? – Die Redaktion 

NRhZ-Archiv                                                            
Nachdem man nun eifrig die neuen reformativen Vorschläge der baldigen Regierungskoalition studieren konnte, ist man erstmal stumm und fassungslos. Da ist die Rede von einer Zwangspflegepflichtversicherung, auf privater Basis. Da ist eine Reform der Krankenversicherung in Aussicht gestellt, die das neue Krankenversicherungssystem privatisieren wird. Neue Gebühren sind in Aussicht gestellt, und so weiter und so fort. Gemäß dem Slogan „Arbeit soll sich wieder lohnen“ kann ich gar nicht soviel verdienen, wie ich demnächst ausgeben muss. Die Beruhigungspille ging an die Familien – mehr Geld soll es geben – für jedes Kind eine höhere Kopfpauschale (Kindergeld).

Zunächst ruhig gestellt
 
Da sind die Eltern dieser Nation zunächst ruhig gestellt. Doch sollten sie bedenken, dass das Mehr an Einnahmen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bald für die Privatisierung des Bildungssektors ausgegeben werden muss. So nach dem Motto, wer das Abitur anstrebt, der soll dafür zahlen, damit die Leistungselite unter sich bleibt. Das Turboabitur in 10 Jahren für denjenigen, der sich es erlauben kann ein normales Jahresgehalt für seinen Nachwuchs auszugeben.
 
Der Rest der Bevölkerung dümpelt auf einer Art staatlicher Volksschule vor sich hin und tritt den Berufsweg des Almosenempfängers an. Außer man ist bereit sich hoch zu verschulden oder ist derartig intelligent, dass man an Castingsshows für Stipendien teilnehmen kann. Der Untergang des solidarischen demokratischen Staates Bundesrepublik Deutschland ist eingeleitet.

Wir lamentieren
 
Was machen wir Deutsche? Wir lamentieren über rosarote Vitamincreme, Migranten usw. Anstatt jetzt hellhörig zu werden und ganz schnell den Protest auf die Straße zu bringen.
 
„Die da oben“ können doch machen was sie wollen, weil ein ganzes Volk von Lemmingen sich in 200.000 Blogs und Foren nur darüber beklagt, wie sch… alles ist. Weil man eifrig bemüht ist, den Ellenbogen auszufahren und täglich den vermeintlich unter sich Stehenden auszukontern. Indessen lassen sich ca. 20.000 Quelle-Mitarbeiter friedlich auf die Straße setzen, zeitgleich werden die Warenhäuser der untergegangen Quelle von Schnäppchenjägern überrannt, denn alles ist so schön billig. Und Konsum ist das Opium des Volkes. Quelle ist nicht das letzte Unternehmen in der untergehenden Republik - als nächstes gesellen sich dann noch die Opelaner dazu. Und in 4 Jahren treffen wir uns alle an der Suppenküche wieder.

Ab sofort jeden Montag
 
Ich würde mir wünschen, dass besonders die jungen Menschen, die soviel Engagement in lautes Partymachen, Events besuchen, Alkohol zu konsumieren, dieses Engagement einmal dazu benutzen würden, zu protestieren was da demnächst auf sie zukommt. Ich selber habe mein halbes Leben hinter mir, und bin auch froh darüber, aber die nächste und übernächste Generation sollte sich unbedingt mit dem Thema Armut beschäftigen.
 
Ich und mein Gesprächskreis werden ab sofort jeden Montag ein Grablicht in unser Fenster/vor die Haustüre stellen, als stillen Protest. Gemäß dem Motto „Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, da kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. Diese Handlung ist für viele vielleicht lächerlich, aber wir können mit den paar people nicht auf die Straße gehen, das bringt gar nichts. Aber mit einer Art von Lichterkette sagen wir: WIR SIND NICHT EINVERSTANDEN – WIR SIND AUCH EIN TEIL DIESES VOLKES.
 
So der Beitrag ist sehr lang geworden. Sorry- aber der heilige Zorn hat mich übermannt/überfraut. (PK)

Online-Flyer Nr. 221  vom 28.10.2009

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