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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2017  

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Filmclips
Die Katastrophe von Herborn
Von Peter Kleinert und Michael Schomers



Katastrophe von HerbornAm 7. Juli 1987 rast ein mit 34 Tonnen Benzin beladener Tankwagen in das hessische Städtchen Herborn und explodiert. Innerhalb kurzer Zeit steht das historische Stadtzentrum in Flammen. Sechs Menschen verlieren in dem Inferno ihr Leben, 33 werden schwer verletzt, auch der 47 Jahre alte Tankwagenfahrer.

Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung, obwohl bereits kurz nach der Katastrophe Gerüchte laut werden, daß ein neues elektronisches Schaltsystem seiner Daimler Benz-Zugmaschine Ursache des Unfalls gewesen sein könnte. Wir sind den Gerüchten nachgegangen, weil wir seit unserer ZDF-Reportage über Gefahrguttransporte „Giftig, ätzend, explosiv" (siehe dort) wissen, daß an solchen Unfällen nicht unbedingt die Fahrer, sondern häufig die ihnen aufgezwungenen Arbeitsbedingungen „schuld" sind.

Fernfahrer, die mit dem Daimler-Schaltsystem EPS Erfahrungen haben, berichten uns von haarsträubenden Ereignissen. Aus unerfindlichen Gründen ließen sich LKWs mit diesem System plötzlich nicht mehr schalten. Bei steil abfallender Strecke wie vor Herborn ein Alptraum für jeden Fernfahrer.

Der untersuchende Staatsanwalt schließt jede Schuld von Daimler Benz aus. Der Konzern droht uns, bzw. der WDR-Redaktion MONITOR nach einem Interview und Aufnahmen auf dem Daimler-Werksgelände für den Fall einer Veröffentlichung unserer Recherchen mit gigantischen Schadensersatzklagen. Wir veröffentlichen das Ergebnis unserer Recherchen trotzdem: Der Konzern hat ein nicht genügend ausgereiftes Produkt auf den Markt geworfen, um die Konkurrenz abzuhängen. Die angedrohte Klage bleibt nach der MONITOR-Sendung aus.

EXPRESS schrieb dazu: Bereits vor diesem Unglück hatten Fachleute gewarnt: Die nächste Katastrophe kommt bestimmt. Zu den Warnern gehörte der Kölner Journalist Michael Schomers, der ein halbes Jahr vor dem Unglück in einer ZDF-Reportage über die Bedingungen berichtete, unter denen solche Gefahrguttransporte ablaufen. Michael Schomers: „Wenn so weitergemacht wird, ist die nächste Katastrophe programmiert." (PK)

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Online-Flyer Nr. 133  vom 19. Oktober 2017



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