NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo
SUCHE
Suchergebnis anzeigen!
RESSORTS
SERVICE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Aktueller Online-Flyer vom 10. Juni 2026  

zurück  
Druckversion

Kultur und Wissen
Ausstellung im Kunstraum Weyertal
krude * GROTESK
Von Rolf Kirsch

Krudes und Groteskes bedingen einander. Warum? Das zeigt Rolf Kirsch in einer Zwischenschau der Ausstellung, die am 14. Juni in Köln eröffnet wurde. – Die Redaktion.



Bild des Malers Bernd Fox

Krude und grotesk sind zwei Adjektive, denen man im alltäglichen Sprachgebrauch seltener begegnet. Einerseits, weil zumindest im Kruden ein eher altdeutscher Sprachklang mitschwingt, aber auch, weil anscheinend die Eigenschaften, die mit diesen Begriffen in Verbindung stehen, in von Anpassungsdruck dominierten Alltagsgeschäften keinen Platz haben. Nach unseren Beobachtungen ist Krudes und Groteskes dann wohl eher in der Kunst zu Hause. Auch diese spielt im öffentlichen Leben, wenn sie nicht gerade als Standortfaktor daherkommt, eine zunehmend unwichtigere Rolle.


Krude und Grotesk heißt nun auch eine Ausstellung im Kunstraum Weyertal, in der der Kölner Bildhauer Adi Meier-Grolman und der Berliner Maler Bernd Fox aufeinandertreffen.


krude * GROTESK im Kunstraum Weyertal

Beide entwickeln ihre Arbeit aus einer Reduktion der Mittel, die in jeweils verschiedene Richtungen greift: Während sich Meier-Grolman aus der Verwendung von aus dem Trockenbau stammenden Montageschienen der Welt des Gitterns und Pufferns verpflichtet fühlt, entfesselt Fox aus seinen „nuclei", kleinen schwarzen Kreisflächen, einen veritablen Zoo grotesker und schräger Physiognomien, die mehr oder weniger konkret eine eigentümliche Tierwelt heraufbeschwören.

In einer lockeren Hängung treffen die zum Teil auch an Trophäen erinnernden Gesichter auf Grolmans Wandobjekte. Rechtwinklig aufeinander montierte Blechprofile stellen sich wie Gitterfenster dem Gesichterzyklus entgegen, Bodenobjekte setzen die „Blockade" fort und beziehen den Betrachter unmittelbar in den Installationszusammenhang ein. Durch die Verzahnung der beiden Positionen entsteht ein dichtes Gefüge von Malerei und Skulptur, das in den Räumen des Kunstraum Weyertal einen überzeugenden Gesamteindruck hinterlässt. Krudes und Groteskes ergänzen und bedingen einander, und es sieht so aus, dass sie ohne einander nicht zu Rechtande kommen.


Installation von
Adi Meier-Grolman

Die Ausstellung ist noch
bis zum 31. Juli 2007 im Kunstraum Weyertal zu sehen, der es sich mit seinem Ausstellungsprogramm auch für das nächste Jahr zur Aufgabe gemacht hat, künstlerische Positionen zwischen Köln und Berlin zu präsentieren. Mit der aktuellen Ausstellung sind hier bereits zwei überzeugende Eckpunkte gesetzt. (CH)


Installation von Adi Meier-Grolman

krude * GROTESK
Malerei und Skulpturen
 
Ausstellung vom 15.6.-14.7.2007
 
Besichtigung nach Vereinbarung
Tel: 0179 558 0202
 
K U N S T R A U M   W E Y E R T A L

Weyertal 84, 50931 Köln
weyertal@netcologne.de
www.koelnlink.de/weyertal


Online-Flyer Nr. 102  vom 04.07.2007

Druckversion     



Startseite           nach oben

KÖLNER KLAGEMAUER


Für Frieden und Völkerverständigung
FILMCLIP
FOTOGALERIE