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Lokales
Interview mit der latino-kölschen Band La Papa Verde
Vielfalt statt Einfalt
Von Carl H. Ewald
Es ist Nacht - Nippes-Nacht. Am 20. August fand sie zum siebten Mal statt. Wieder einmal konnten Nippeser und Immis den ganzen Abend hindurch bekannte und unbekannte Künstler erleben - und das alles für nur acht Euro. Von Jazz, Klezmer über Ska bis zu Liedermachern und Klassik gab es an siebenundzwanzig möglichen und unmöglichen Orten alles, was das musikalische Herz begehrt.
Zu den eher ungewöhnlichen "Locations" gehörte neben einem Blumenladen, einer evangelischen Kirche und einem Friseur auch ein Getränkehandel. Im "Art of Drinks" gab es zwischen Bierfässern und Getränkekisten das vielleicht interessanteste Konzert der ganzen Nippes-Nacht: La Papa Verde - zu Deutsch "Die grüne Kartoffel". Die latino-deutsche Band begeisterte in einer Klangexplosion aus lateinamerikanischen Rhythmen mit Punk, Ska und Rock-Elementen - bewegend im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Halle tobte, tanzte und wollte ungefähr 38 Zugaben haben, was nicht daran lag, dass die Zuschauer heimlich das Getränkelager geplündert hätten.
Auch bei La Papa Verde entsteht aus dem Zusammentreffen der verschiedenen Kulturen etwas ganz Neues: Vielfalt statt Einfalt! In ihren Texten thematisieren sie Kriege, Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Diskriminierung. Wie die grüne Kartoffel selbst sind ihre Texte durchaus giftig, aber heilsam, denn sie weisen über diese Missstände hinaus: Auf eine bessere Welt. Oder, um es mit ihren Worten zu sagen:
"Ich bin die grüne Kartoffel...
Ich habe mehr Gift als nötig
Für diesen Leutnant, der meine Leute foltert
Für diese Polizei, die mir die Freude nimmt...
Denn dieses Lied hat Sinn und Verstand
Denn La Papa Verde steckt in jedes Lied
Auf allen Breiten des Herzens
Ein Manifest der Befreiung..."
(Aus "La Papa Verde", freie Übertragung Ewald)
Was gibt es dem hinzuzufügen?! Nichts - außer einem Interview mit Fernando Ugarte, Sänger und Texter der Band:
"Mit Leidenschaft im Kampf gegen Unterdrückung..."
Wie seid ihr auf euren Namen "La Papa Verde" gekommen?
La Papa Verde heißt "Die grüne Kartoffel". Als wir die Band gegründet haben, waren die verschiedensten Leute dabei: Ich komme aus Chile, und die Kartoffel kommt ja ursprünglich aus den Anden. Dann gab es zu dieser Zeit einen Spanier in der Band, und die haben bekanntlich diese Knollen nach Europa gebracht. Die restlichen Bandmitglieder kamen aus Deutschland, und die Deutschen sind ja als Kartoffelesser oder sogar als Kartoffelfresser bekannt. So hat sich das bei uns etabliert, wir haben diesen gemeinsamen Nenner gefunden, eher als Gag, aus Spaß...

'A bailar con La Papa Verde'
Foto: Carl H. Ewald
Grün ist die Kartoffel, wenn sie über der Erdoberfläche wächst und Sonne abbekommt. Dann wird sie giftig und ungenießbar, und keiner will sie haben. Unsere Texte handeln ja auch nicht so sehr von Liebe oder bewegen sich nicht auf dieser Latinschnulz-Ebene, nach dem Motto: `Ich liebe dich, warum hast du mich verlassen?!... tralali-tralala...´ Sondern wir sind sehr politisch. Unsere Texte handeln größtenteils von Problemen, mit denen wir uns in unserem Umfeld hier in Köln befassen...
Ihr habt zum Beispiel das Lied "Cumbia sin fronteras"... und ihr seid auch eine Band "sin fronteras" - ohne Grenzen...
Auf jeden Fall, wir mischen viel. Aber es ist nicht in erster Linie die Musik, die wir verändern wollen. Mestizo-Musik, wie auch wir sie machen, kann ganz verschieden sein... Unsere Texte handeln halt von der Illegalisierung der Menschen hier in Deutschland oder von den Afrikanern, die jeden Tag bei dem Versuch sterben, nach Italien oder an andere Orte Europas zu kommen... nur weil sie in ihren eigenen Ländern keine Überlebenschancen haben. Dabei sollte es ein grundlegendes Menschenrecht sein, die Möglichkeit zu haben, dorthin zu gehen, wo man die Chance auf ein besseres Leben hat. Denn hier ist nun einmal das Zentrum des Kapitalismus, wo das Geld ist.

Fernando Ugarte: 'Menschenrecht auf ein besseres Leben'
Foto: www.lapapaverde.de
Natürlich muss man vor diesem Hintergrund auch hunderte von Jahren an Unterdrückung und Raub sehen, in afrikanischen Ländern passiert das ja immer noch. Mittlerweile herrscht auch im Nahen Osten ein Krieg, der für mich so aussieht, als wolle man einfach Waffen verkaufen oder sich das Öl ergattern, das es noch auf der Welt gibt. Also wieder dreht es sich nur ums Geld. Wo es Krieg gibt, flüchten die Menschen, und ich verstehe nicht, warum man die Leute hier nicht einfach aufnehmen kann!
Habt ihr den Eindruck, dass ihr etwas durch eure Musik und eure anspruchsvollen Texte bewegen könnt?
Das hoffen wir und das wollen wir natürlich... Ich weiß nicht, was die Leute denken, vielleicht sagen sie: `Ja, ganz schöne Musik...´
Das Publikum wollte eben zwei bis drei Zugaben haben... Wenn ihr nicht Schluss gemacht hättet, hätten sie vermutlich noch mehr gefordert...
Sicher, wir haben uns ja auch schon ein bestimmtes Publikum erarbeitet. Aber, ich hoffe, dass es auch die Texte sind. Ich hoffe, dass man unsere Lieder nicht einfach so versteht, als würden wir über irgendetwas Schönes singen: Wir singen zwar mit Freude und mit Herz, aber eben auch mit Schmerz! - mit Leidenschaft und mit Kampf gegen Unterdrückung, gegen dieses System, das soziale Gerechtigkeit abbaut. Dazu muss man ja nicht nach Afrika oder nach Asien gehen. Man findet das hier, man findet das in Ehrenfeld, in Nippes, in Mülheim, in Chorweiler... vielleicht nicht in Lindenthal, aber vielleicht findet man dort eine andere Art der Ungerechtigkeit...

Spontane Session mit Edelweißpiraten im Königsforst
Foto: www.lapapaverde.de
Die Ungerechtigkeit in Lindenthal findet wahrscheinlich hinter verschlossenen Türen statt...
Genau, gegenüber Frauen zum Beispiel, gegenüber Kindern... weil diese Männerwelt nach wie vor versucht, Frauen oder Kinder zu unterdrücken. Also hier sagt man immer noch: `Ja, die westliche Welt ist in Ordnung...´ Aber solche Dinge passieren auch hier. Meine Freundin ist Sozialarbeiterin, und da hört man Geschichten... Das glaubt man gar nicht!
Josué und ich schreiben auf keinen Fall Lieder, in denen jemand diskriminiert wird, sowie keine, in denen wir banale Liebesgeschichten erzählen. Natürlich lieben wir auch - wir sind ja schließlich Menschen! Aber, ich denke, es gibt wichtigere Dinge als nur Liebe, über die man in diesem Medium sprechen kann... Im Fernsehen läuft ja auch nur Mist, Werbung, kaufen und Konsum. Aber, es gäbe noch so viel durch dieses Medium Fernsehen zu sagen...
Ihr habt außerdem zwei Lieder von den und über die Edelweißpiraten... das ist ja ziemlich interessant, wie seid ihr darauf gekommen?
Durch die Humba-Party 2004 sind wir ein bisschen bekannter geworden. Dort hat man uns dann gefragt, ob wir uns an einem Projekt beteiligen wollen, das die Edelweißpiraten mit Hilfe moderner Musikstile und Kölner Bands wieder in Erinnerung zu bringt. "Es war in Schanghai" war ein sehr schönes Projekt! Das erste Festival, das dazu stattfand, war ganz wunderbar - alle waren begeistert.
Von uns aus kam noch eine Anregung, ein weiteres Lied zu machen - wir sind auch Antifaschisten. Deswegen bewundern wir diese Leute, die damals den Mut hatten, gegen solch eine harte Diktatur, solch ein schreckliches Regime, wie es die Nazis waren, Widerstand zu leisten... vor allem so jung, wie die Edelweißpiraten waren. Dazu gehört richtig viel Mut!
Ich kenne das natürlich auch aus Chile. Ich war jahrelang mit meinen Eltern im Exil, und wir haben auch hier gekämpft und oft demonstriert, und dieses Gefühl wollte ich nicht verlieren. Ich hätte auch Musik machen können, um einfach nur Geld damit zu verdienen. Vielleicht will ich davon leben, aber mich interessiert etwas anderes als der reine Kommerz!
Und, wann kann man euch wieder hören - live oder auf CD?
Also auf CD kann man uns immer hören - "oficialmente i legal" kann man direkt bei uns bestellen, über www.laPapaVerde.de - da findet ihr einen Link zu unserem Manager, und der kann sie dann verschicken. Natürlich gibt es die CD auch in den Musikläden oder übers Internet. Und live: leider, leider muss ich sagen, dass das nächste Konzert erst wieder im kommenden Jahr stattfindet.
Wir haben jetzt schon lange, lange live gespielt, müssen ein paar Sachen klären, müssen uns erst einmal wiederfinden und auch wieder etwas neues kreieren. Das ist auch gut für uns, dass wir nicht immer dieselben Lieder spielen, sondern dass wir uns auch weiterentwickeln, und das braucht ein wenig Zeit! Also, alle sollen sich dann freuen, nächstes Jahr, spätestens im Karneval sind wir wieder da!
Ich glaube, die meisten Leute freuen sich jetzt schon darauf. Fernando, ich danke dir für dieses Interview!
Hier ist das Interview als Audiodatei (mp3 - 7,5 Mb)
zum Download.
Weitere Links:
www.nippes-nacht.de
www.LaPapaVerde.de
Online-Flyer Nr. 60 vom 05.09.2006
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Interview mit der latino-kölschen Band La Papa Verde
Vielfalt statt Einfalt
Von Carl H. Ewald
Es ist Nacht - Nippes-Nacht. Am 20. August fand sie zum siebten Mal statt. Wieder einmal konnten Nippeser und Immis den ganzen Abend hindurch bekannte und unbekannte Künstler erleben - und das alles für nur acht Euro. Von Jazz, Klezmer über Ska bis zu Liedermachern und Klassik gab es an siebenundzwanzig möglichen und unmöglichen Orten alles, was das musikalische Herz begehrt.
Zu den eher ungewöhnlichen "Locations" gehörte neben einem Blumenladen, einer evangelischen Kirche und einem Friseur auch ein Getränkehandel. Im "Art of Drinks" gab es zwischen Bierfässern und Getränkekisten das vielleicht interessanteste Konzert der ganzen Nippes-Nacht: La Papa Verde - zu Deutsch "Die grüne Kartoffel". Die latino-deutsche Band begeisterte in einer Klangexplosion aus lateinamerikanischen Rhythmen mit Punk, Ska und Rock-Elementen - bewegend im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Halle tobte, tanzte und wollte ungefähr 38 Zugaben haben, was nicht daran lag, dass die Zuschauer heimlich das Getränkelager geplündert hätten.
Auch bei La Papa Verde entsteht aus dem Zusammentreffen der verschiedenen Kulturen etwas ganz Neues: Vielfalt statt Einfalt! In ihren Texten thematisieren sie Kriege, Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Diskriminierung. Wie die grüne Kartoffel selbst sind ihre Texte durchaus giftig, aber heilsam, denn sie weisen über diese Missstände hinaus: Auf eine bessere Welt. Oder, um es mit ihren Worten zu sagen:
"Ich bin die grüne Kartoffel...
Ich habe mehr Gift als nötig
Für diesen Leutnant, der meine Leute foltert
Für diese Polizei, die mir die Freude nimmt...
Denn dieses Lied hat Sinn und Verstand
Denn La Papa Verde steckt in jedes Lied
Auf allen Breiten des Herzens
Ein Manifest der Befreiung..."
(Aus "La Papa Verde", freie Übertragung Ewald)
Was gibt es dem hinzuzufügen?! Nichts - außer einem Interview mit Fernando Ugarte, Sänger und Texter der Band:
"Mit Leidenschaft im Kampf gegen Unterdrückung..."
Wie seid ihr auf euren Namen "La Papa Verde" gekommen?
La Papa Verde heißt "Die grüne Kartoffel". Als wir die Band gegründet haben, waren die verschiedensten Leute dabei: Ich komme aus Chile, und die Kartoffel kommt ja ursprünglich aus den Anden. Dann gab es zu dieser Zeit einen Spanier in der Band, und die haben bekanntlich diese Knollen nach Europa gebracht. Die restlichen Bandmitglieder kamen aus Deutschland, und die Deutschen sind ja als Kartoffelesser oder sogar als Kartoffelfresser bekannt. So hat sich das bei uns etabliert, wir haben diesen gemeinsamen Nenner gefunden, eher als Gag, aus Spaß...

'A bailar con La Papa Verde'
Foto: Carl H. Ewald
Grün ist die Kartoffel, wenn sie über der Erdoberfläche wächst und Sonne abbekommt. Dann wird sie giftig und ungenießbar, und keiner will sie haben. Unsere Texte handeln ja auch nicht so sehr von Liebe oder bewegen sich nicht auf dieser Latinschnulz-Ebene, nach dem Motto: `Ich liebe dich, warum hast du mich verlassen?!... tralali-tralala...´ Sondern wir sind sehr politisch. Unsere Texte handeln größtenteils von Problemen, mit denen wir uns in unserem Umfeld hier in Köln befassen...
Ihr habt zum Beispiel das Lied "Cumbia sin fronteras"... und ihr seid auch eine Band "sin fronteras" - ohne Grenzen...
Auf jeden Fall, wir mischen viel. Aber es ist nicht in erster Linie die Musik, die wir verändern wollen. Mestizo-Musik, wie auch wir sie machen, kann ganz verschieden sein... Unsere Texte handeln halt von der Illegalisierung der Menschen hier in Deutschland oder von den Afrikanern, die jeden Tag bei dem Versuch sterben, nach Italien oder an andere Orte Europas zu kommen... nur weil sie in ihren eigenen Ländern keine Überlebenschancen haben. Dabei sollte es ein grundlegendes Menschenrecht sein, die Möglichkeit zu haben, dorthin zu gehen, wo man die Chance auf ein besseres Leben hat. Denn hier ist nun einmal das Zentrum des Kapitalismus, wo das Geld ist.

Fernando Ugarte: 'Menschenrecht auf ein besseres Leben'
Foto: www.lapapaverde.de
Natürlich muss man vor diesem Hintergrund auch hunderte von Jahren an Unterdrückung und Raub sehen, in afrikanischen Ländern passiert das ja immer noch. Mittlerweile herrscht auch im Nahen Osten ein Krieg, der für mich so aussieht, als wolle man einfach Waffen verkaufen oder sich das Öl ergattern, das es noch auf der Welt gibt. Also wieder dreht es sich nur ums Geld. Wo es Krieg gibt, flüchten die Menschen, und ich verstehe nicht, warum man die Leute hier nicht einfach aufnehmen kann!
Habt ihr den Eindruck, dass ihr etwas durch eure Musik und eure anspruchsvollen Texte bewegen könnt?
Das hoffen wir und das wollen wir natürlich... Ich weiß nicht, was die Leute denken, vielleicht sagen sie: `Ja, ganz schöne Musik...´
Das Publikum wollte eben zwei bis drei Zugaben haben... Wenn ihr nicht Schluss gemacht hättet, hätten sie vermutlich noch mehr gefordert...
Sicher, wir haben uns ja auch schon ein bestimmtes Publikum erarbeitet. Aber, ich hoffe, dass es auch die Texte sind. Ich hoffe, dass man unsere Lieder nicht einfach so versteht, als würden wir über irgendetwas Schönes singen: Wir singen zwar mit Freude und mit Herz, aber eben auch mit Schmerz! - mit Leidenschaft und mit Kampf gegen Unterdrückung, gegen dieses System, das soziale Gerechtigkeit abbaut. Dazu muss man ja nicht nach Afrika oder nach Asien gehen. Man findet das hier, man findet das in Ehrenfeld, in Nippes, in Mülheim, in Chorweiler... vielleicht nicht in Lindenthal, aber vielleicht findet man dort eine andere Art der Ungerechtigkeit...

Spontane Session mit Edelweißpiraten im Königsforst
Foto: www.lapapaverde.de
Die Ungerechtigkeit in Lindenthal findet wahrscheinlich hinter verschlossenen Türen statt...
Genau, gegenüber Frauen zum Beispiel, gegenüber Kindern... weil diese Männerwelt nach wie vor versucht, Frauen oder Kinder zu unterdrücken. Also hier sagt man immer noch: `Ja, die westliche Welt ist in Ordnung...´ Aber solche Dinge passieren auch hier. Meine Freundin ist Sozialarbeiterin, und da hört man Geschichten... Das glaubt man gar nicht!
Josué und ich schreiben auf keinen Fall Lieder, in denen jemand diskriminiert wird, sowie keine, in denen wir banale Liebesgeschichten erzählen. Natürlich lieben wir auch - wir sind ja schließlich Menschen! Aber, ich denke, es gibt wichtigere Dinge als nur Liebe, über die man in diesem Medium sprechen kann... Im Fernsehen läuft ja auch nur Mist, Werbung, kaufen und Konsum. Aber, es gäbe noch so viel durch dieses Medium Fernsehen zu sagen...
Ihr habt außerdem zwei Lieder von den und über die Edelweißpiraten... das ist ja ziemlich interessant, wie seid ihr darauf gekommen?
Durch die Humba-Party 2004 sind wir ein bisschen bekannter geworden. Dort hat man uns dann gefragt, ob wir uns an einem Projekt beteiligen wollen, das die Edelweißpiraten mit Hilfe moderner Musikstile und Kölner Bands wieder in Erinnerung zu bringt. "Es war in Schanghai" war ein sehr schönes Projekt! Das erste Festival, das dazu stattfand, war ganz wunderbar - alle waren begeistert.
Von uns aus kam noch eine Anregung, ein weiteres Lied zu machen - wir sind auch Antifaschisten. Deswegen bewundern wir diese Leute, die damals den Mut hatten, gegen solch eine harte Diktatur, solch ein schreckliches Regime, wie es die Nazis waren, Widerstand zu leisten... vor allem so jung, wie die Edelweißpiraten waren. Dazu gehört richtig viel Mut!
Ich kenne das natürlich auch aus Chile. Ich war jahrelang mit meinen Eltern im Exil, und wir haben auch hier gekämpft und oft demonstriert, und dieses Gefühl wollte ich nicht verlieren. Ich hätte auch Musik machen können, um einfach nur Geld damit zu verdienen. Vielleicht will ich davon leben, aber mich interessiert etwas anderes als der reine Kommerz!
Und, wann kann man euch wieder hören - live oder auf CD?
Also auf CD kann man uns immer hören - "oficialmente i legal" kann man direkt bei uns bestellen, über www.laPapaVerde.de - da findet ihr einen Link zu unserem Manager, und der kann sie dann verschicken. Natürlich gibt es die CD auch in den Musikläden oder übers Internet. Und live: leider, leider muss ich sagen, dass das nächste Konzert erst wieder im kommenden Jahr stattfindet.
Wir haben jetzt schon lange, lange live gespielt, müssen ein paar Sachen klären, müssen uns erst einmal wiederfinden und auch wieder etwas neues kreieren. Das ist auch gut für uns, dass wir nicht immer dieselben Lieder spielen, sondern dass wir uns auch weiterentwickeln, und das braucht ein wenig Zeit! Also, alle sollen sich dann freuen, nächstes Jahr, spätestens im Karneval sind wir wieder da!
Ich glaube, die meisten Leute freuen sich jetzt schon darauf. Fernando, ich danke dir für dieses Interview!
Hier ist das Interview als Audiodatei (mp3 - 7,5 Mb)
zum Download.
Weitere Links:
www.nippes-nacht.de
www.LaPapaVerde.de
Online-Flyer Nr. 60 vom 05.09.2006
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