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Erzbischof von Caracas greift mit Radiosendung in Rom Hugo Chávez an
Wahlkampfbeginn in Venezuela
Von James Suggett und Peter Kleinert
Ein Schlagabtausch zwischen dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und der oppositionsnahen venezolanischen Bischofskonferenz (CEV) hat in dem überwiegend katholischen Land eine erhitzte öffentliche Debatte über die Trennung von Staat und Kirche in Gang gebracht. Ausgelöst wurde der aktuelle Konflikt in Rom, wo Kardinal Jorge Urosa Savino, Erzbischof von Caracas, Chávez beschuldigte, das Land in eine "marxistisch-kommunistische Diktatur" nach dem "ausländischem Beispiel" der ehemaligen Sowjetunion zu führen. Im September stehen in Venezuela Wahlen an.
In einer Sendung von Radio Vatikan behauptete Urosa Savino, die von Abgeordneten aus Chávez' Partei PSUV dominierte Nationalversammlung habe die Verfassung verletzt, da sie Gesetze aus der Verfassungs-reform verabschiedet habe, die 2007 in einem Referendum abgelehnt wurde. Der Erzbischof von Caracas behauptete außerdem, Chávez habe eine "gewalttätige, ausschließlich totalitäre Tendenz" und nutze "seine Macht aus, um die Venezolaner, die nicht mit seinem politischen System einverstanden sind, zu diskreditieren, zu beschuldigen, anzugreifen und zu beleidigen."

Hugo Chávez – bekennender Christ, Sozialist und Freund Fidel Castros
Online-Flyer Nr. 259 vom 21.07.2010
Erzbischof von Caracas greift mit Radiosendung in Rom Hugo Chávez an
Wahlkampfbeginn in Venezuela
Von James Suggett und Peter Kleinert
Ein Schlagabtausch zwischen dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und der oppositionsnahen venezolanischen Bischofskonferenz (CEV) hat in dem überwiegend katholischen Land eine erhitzte öffentliche Debatte über die Trennung von Staat und Kirche in Gang gebracht. Ausgelöst wurde der aktuelle Konflikt in Rom, wo Kardinal Jorge Urosa Savino, Erzbischof von Caracas, Chávez beschuldigte, das Land in eine "marxistisch-kommunistische Diktatur" nach dem "ausländischem Beispiel" der ehemaligen Sowjetunion zu führen. Im September stehen in Venezuela Wahlen an.
Chávez antwortete in seiner wöchentlichen Sonntags-Kolumne und beschuldigte Urosa und die CEV seinerseits, durch ständiges Eingreifen ins politische Geschehen die Grenzen der Kirche zu überschreiten. "Es widerspricht unserer Verfassung, wenn Urosa und die CEV es nicht schaffen, den säkularen Charakter unseres Staates anzuerkennen und zusammen versuchen, sich als Staatsmacht darzustellen", schrieb Chávez. Der Präsident beschuldigte Urosa auch der Unterstützung des Miltärputsches im April 2002, der ihn vorübergehend aus seinem Amt getrieben hatte. Zum Beweis verwies er auf einen Zeitungsartikel vom 12. April 2002. Darin hatte der Kardinal seine Unterstützung für den Putsch und seine Anerkennung für die oppositionsnahen Medien erklärt, die - wie man später herausfand - durch die Nachrichten den Putsch zu rechtfertigen versuchten.

Hugo Chávez – bekennender Christ, Sozialist und Freund Fidel Castros
NRhZ-Archiv
Hugo Chávez selbst ist bekennender Christ und bezeichnet Jesus als einen Revolutionär. Die sozialen und politischen Reformen, die seine Regierung angestoßen hat, beruhen seiner Ansicht nach auf einer Mischung aus Christentum, Marxismus und den Ideen venezolanischer Unabhängigkeitskämpfer. "Wir schreiten voran zur umfassenden Demokratisierung, die wir den Bolivarianischen Sozialismus nennen und deren ursprüngliches Ziel darin besteht, dem Volk die Macht zu geben, so dass es sein eigenes Schicksal in die Hand nehmen kann. Der Marxismus ist für uns ein Werkzeug, das uns hilft, die Menschheit, die Gesellschaft, und die Geschichte zu verstehen, und nicht ein Dogma oder eine Vorschrift", schrieb Chávez .in seiner Kolumne.
Der Schlagabtausch zwischen dem Präsidenten und dem Kardinal setzte eine Reihe Erklärungen von Vertretern der Regierung, der Opposition, und der katholischen Kirche in Gang, die sich entweder für die eine oder die andere Seite des Konfliktes aussprachen. Die offizielle Stellungnahme der CEV war gefüllt mit politischen Forderungen und Angriffen auf Chávez und die Nationalversammlung. Die Bischöfe unterstrichen die Kritik von Urosa Savino. „Das Volk will in Demokratie leben, in einem Rechtsstaat, an dem alle teilhaben, in einem Klima von sozialer Gerechtigkeit und Freiheit“, heißt es in ihrem Schreiben. Ein „sozialistischer Staat nach kubanischem Vorbild“, wie ihn Chavez zu errichten versuche, sei „absolut inakzeptabel“. Gleichzeitig riefen die Bischöfe das Volk auf, seinen Willen zur Freiheit bei den bevorstehenden Parlamentswahlen im September zu bekunden.
Der venezolanische Minister für Kultur, Farruco Sesto, erklärte, die Mitglieder der CEV seien Teil einer "Kirchenhierarchie, die von niemandem gewählt wurde" und würden daher nicht die Werte der Demokratie, des Christentums oder seiner Anhänger vertreten. "Während das Christentum Liebe, Frieden und das Verständnis unter den Völkern predigt, stellt Urosa sich an die Seite der Reichen und Mächtigen dieser Erde", so Sesto in einer Pressekonferenz. "In vielen unserer Länder war die obere Ebene der Kirchenhierarchie an Staatsstreichen und blutigen Diktaturen beteiligt. Sie segnen die Mörder und die Folterer", fuhr er fort.
In einer Stellungnahme des obersten Gerichtshofs hieß es, die Mitglieder der CEV seien zwar frei in der Ausübung ihrer Religion, müssten aber die Glaubenssachen von ungerechtfertigter Einmischung in politische Angelegenheiten trennen. Zur Verteidigung sagte der CEV-Vertreter Jesus Gonzales: "Es gibt nur eine vereinigte Kirche" und beschuldigte Chávez, alles, was nicht mit seiner Denkweise übereinstimme, als persönlichen Angriff zu werten.
Auch Julio Borges, nationaler Koordinator der rechtspopulistischen Oppositionspartei Primero Justicia, stellte sich hinter Urosa Savinos Beschuldigungen und erklärte, Chávez versuche "die Bevölkerung zu betrügen" indem er sich "in einem Schafsfell" verberge, um das wirtschaftliche und politische Modell Kubas in Venezuela einzuführen. (PK)
Ein etwas ergänzter Bericht aus dem Portal http://amerika21.de
Online-Flyer Nr. 259 vom 21.07.2010















